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Apples 5G-Modem bereits 2021 in iPads

27.11.2020 | 10:06 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Offenbar schreiten Arbeiten an einem eigenen 5G-Modem bei Apple schneller voran als gedacht. Schon im nächsten Jahr kann ein 5G-iPad kommen.

Schneller als erwartet: Im Frühjahr 2019 hatte Apple im Streit um Lizenzen für Funkmodems für Qualcomm klein beigegeben, die Forderungen des Lieferanten erfüllt und zugesichert, für weitere sechs Jahre Funkchips aus San Jose zu beziehen. Praktisch gleichzeitig übernahm Apple die 5G-Sparte Intels, der Chip-Hersteller hatte es nicht geschafft, rechtzeitig konkurrenzfähige 5G-Modems zu entwickeln und stieg aus dem Rennen aus. Die wahrscheinliche Folge: Spätestens Mitte der Zwanziger wird Apple in seine Mobilgeräte nur noch Chips aus eigener Produktion einbauen und Qualcomm endgültig den Rücken kehren.

Wie aber nun das taiwanische Branchenblatt Digitimes unter Bezug auf gerne mal unsichere Quellen aus der Lieferkette berichtet, könnte Apple diese Transition schon bald einleiten. Denn bereits in den für die erste Jahreshälfte erwarteten iPads sollen 5G-Chips von Apple ihre Dienste leisten, sogar in das iPhone 2021 wolle Apple seine eigenen mmWave-Chips einbauen. Konkret will Digitimes von einer starken Nachfrage nach 5G-mmWave-AiP (Antenna in Package) Modulen erfahren haben, die auf erfolgreiche Verkäufe der iPhone 12 schließen lässt.

Dass Apple auf eigene Modems setzen will, ist nicht verwunderlich. Schließlich kann der Hersteller bei einer Eigenentwicklung mehr Kontrolle über Stromverbrauch, Verbindungsqualität, Verbindungsgeschwindigkeiten ausüben. Allerdings bleibt unbekannt, wie Apple angebliche 5G-iPads mit einem eigenem Modem mit dem Vertrag mit Qualcomm vereinbaren will. Bislang ist nur bekannt, dass der Hersteller aus Cupertino die 5G-Modems bis 2025 lizenzieren muss. In welchem Umfang aber und ob dabei alle Produkte mit eingeschlossen sind, ist ungewiss. Das iPad scheint aber eine gute Plattform zu sein, um eine eigene Neuentwicklung auszuprobieren: Zum einen sind die Nutzerzahlen des Apple-Tablets bei weitem nicht so hoch wie beim iPhone. Beim iPhone darf sich Apple regelrecht keine Fehler leisten. Zum anderen erlaubt es die Größe des Tablets wahrscheinlich mehr Spielraum beim Design der Antennen, des Modems selbst, sowie kann der größere Akku mögliche Fehler beim Power-Management des 5G-Chips zu Not ausbügeln. 

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