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Apples Bilanz für das Q4 2019: Neuer Rekord trotz iPhone-Schwäche

31.10.2019 | 06:06 Uhr | Peter Müller

Apple ist für die Zeit nach dem iPhone bestens gerüstet. Trotz eines Umsatzrückgangs von zehn Prozent in der Smartphonesparte fällt die Bilanz für Q4 besser denn je aus.

Vor allem mit dem Gewinn pro verwässerter Aktie hat Apple die Wall Street mit der Bilanz für das vierte Quartal seines Geschäftsjahres überzeugen können: 3,03 US-Dollar übertrafen jede Erwartung. Im Vorjahr waren es noch 2,91 US-Dollar. Auch der Gesamtumsatz im Septemberquartal kann sich sehen lassen, die bilanzierten 64 Milliarden US-Dollar lagen am oberen Ende von Apples eigenem vor drei Monaten gegebenen Ausblick. Gegenüber dem Vorjahr sind die Einnahmen um zwei Prozent gestiegen. Der Nettogewinn fiel von 14,1 auf 13,7 Milliarden US-Dollar.

iPhone und Mac gehen zurück, der Rest legt teils deutlich zu

Dabei überdeckt die Gesamtbilanz die anhaltende Schwäche des iPhone, dessen Umsätze gingen gegenüber dem Vorjahr um gut zehn Prozent zurück, auf 33,4 Milliarden US-Dollar. Das Quartal hatte am 28. September geendet, die drei neuen iPhone-Modelle von 2019 konnten also noch etwas mehr als eine Woche zur Bilanz beitragen. Ebenso hat es den Mac ein wenig gebeutelt, der Umsatz von 6,99 Milliarden US-Dollar lag um gut fünf Prozent unter dem des Vorjahresquartals (7,34 Milliarden US-Dollar). Neue Macs hat es aber weder in diesem noch im letzten Jahr im Berichtszeitraum gegeben. Anders ist der Fall beim iPad gelagert, mit dem am 10. September vorgestellten iPad 7: Der Umsatz der Sparte stieg auch deutlich, von 3,98 Milliarden US-Dollar auf 4,66 Milliarden US-Dollar. Das größte Plus verzeichnete aber das Segment "Wearables, Home und Accessories", das einen gewaltigen Sprung von 4,22 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf nunmehr 6,52 Milliarden US-Dollar hinlegte. Genauere Zahlen nennt Apple nicht und nun zum vierten Mal für keine Sparte Verkaufszahlen, doch darf man annehmen, dass vor allem die Apple Watch, die nun in Series 5 vorliegt, das Wachstum der einst "Sonstiges" genannten Sparte getrieben hat – für das Weihnachtsquartal ist da noch mehr zu erwarten, zumal nun ja auch die Airpods Pro um die Gunst der Käufer buhlen.

Auch das iPhone 11 (Pro) sollte in diesem Jahr im laufenden Quartal noch eine bessere Bilanz als zuletzt einfahren, wie Apple-CEO Tim Cook im Conference-Call nach Bekanntgabe der Bilanz erklärte, hätten die neuen Modelle einen "guten Start" hingelegt, der Umsatzrückgang war in den letzten Quartalen größer und betrug bis zu 15 Prozent. Die installierte Basis von iPhones sei auf einem Allzeithoch in allen Regionen, die Leute würden ihre Geräte also eher behalten, als sie durch neue zu ersetzen.

Services weiter stark

Je mehr Geräte in Betrieb sind, umso besser ist das für Apples Services: Morgen startet mit Apple TV+ der nächste. Doch schon die bestehenden boomen wie nie, die Services-Sparte legte im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent auf 12,5 Milliarden US-Dollar zu.

Der Gesamtumsatz (lila) hängt immer noch sehr stark vom iPhjone (gelb) ab. Aber die Services (rot) wachsen praktisch linear, ohne saisonale Schwankungen.
Vergrößern Der Gesamtumsatz (lila) hängt immer noch sehr stark vom iPhjone (gelb) ab. Aber die Services (rot) wachsen praktisch linear, ohne saisonale Schwankungen.

Die Aussichten für das Dezemberquartal versprechen indes noch bessere Zahlen: Apple rechnet mit einem Umsatz von 85,5 bis 89 Milliarden US-Dollar, was gegenüber dem Wert von 2018/19 von 84 Milliarden US-Dollar wieder eine Verbesserung bedeuten würde. Sogar der Rekord aus dem Q1 2017/18 ist damit in Reichweite. Das eben bilanzierte vierte Quartal ist nach Umsatz schon das beste in der Apple-Geschichte.

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