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Apples Covid-19-Map: Interessant für die Deutsche Bank?

15.05.2020 | 15:33 Uhr | Stephan Wiesend

Um bei Kampf gegen Covid-19 zu helfen, berichtet Apple über Mobilitätstrends. Die Daten interessieren auch Finanzunternehmen.

Um Gesundheitsbehörden bei der Bekämpfung von Covid-19 zu helfen, veröffentlicht Apple seit April auf der Webseite apple.com/covid19/mobility Daten aus Apple-Maps-Anfragen – anonymisiert. Ziel ist es, den Gesundheitsbehörden zu informieren, wo Menschen auf Anweisungen oder Richtlinien zur Unterbringung vor Ort achten und wo nicht. Google stellt ähnliche Daten bereit.

Diese Daten - etwa wie hoch die KFZ-Nutzung bereits wieder in München oder die U-Bahn-Nutzung in New York ist, wird offenbar auch von Investoren und Finanzstrategen ausgewertet. Laut einem Bericht von Bloomberg versuchen Finanzunternehmen wie Deutsche Bank, LGIM, Societe Generale nämlich herauszufinden, welche Länder schneller wieder aus ihrer wirtschaftlichen Krise herauszukommen, und welche zurückfallen. Die Daten sind für Investoren umso wertvoller, da es sich um Echtzeit-Informationen handelt, während traditionelle Indikatoren wie Arbeitslosigkeit und Einkaufsverhalten nur mit Zeitverzögerung zu erhalten sind.

Die bisherigen Daten hätten etwa gezeigt, dass die Aktivität auch nach Aufhebung der Lockdowns in vielen Ländern noch stark reduziert ist. Umstritten ist allerdings, ob die Mobilität der Menschen auch wirklich Rückschlüsse auf ihr Konsumverhalten erlaubt – ob die Menschen etwa einkaufen oder nur einfach Spazieren gehen.

In den USA gibt es wenig Einschränkungen, allerdings meiden die Menschen offensichtlich öffentliche Verkehrsmittel.
Vergrößern In den USA gibt es wenig Einschränkungen, allerdings meiden die Menschen offensichtlich öffentliche Verkehrsmittel.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Wenn Sie Apple Maps verwenden, wird der Standortverlauf nicht von Apple aufgezeichnet (das existiert nur auf Ihrem persönlichen Gerät, verschlüsselt), und Ihre Anfragen sind nicht mit Ihrer Apple-ID verknüpft. Wenn Sie Maps jedoch nach Wegbeschreibungen fragen, Verkehrsdaten überprüfen oder nach bestimmten Geschäften in der Nähe suchen, muss Maps diese Informationen über das Internet übertragen. Um Ihre Privatsphäre zu schützen, verknüpft Apple diese Anfragen mit einer eindeutigen anonymen Kennung (einer Zeichenfolge aus Buchstaben und Zahlen). Cupertino weiß nicht, zu wem welche Abfrage gehört – denn die ist nicht mit einer bestimmten Apple-ID oder persönlich identifizierbaren Daten verknüpft. Auf diese Weise kann Apple etwa verfolgen, welche Arten von Anfragen wie oft gestellt werden, ohne jedoch eine Möglichkeit zu haben, sie bestimmten Benutzern zuzuordnen. Da sich die Identifikatoren häufig ändern und zurückgesetzt werden, kann der Anbieter nicht einmal eine Historie Ihrer Anfrage erstellen, um aus Dingen wie Ihren Reisemustern auf Ihre Identität schließen zu können.

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