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Apples Probleme mit Services in China

08.11.2019 | 10:55 Uhr | Peter Müller

Eine aufgebrachte Journalistin, die dem Senderchef erklärt, dass die Morgensendung irrelevant werde, wenn sie auf Unterhaltung statt auf Fakten und ernste Stories setzt? Die Machthaber in Peking wollen Reese Witherspoon nicht auf Bildschirmen in China sehen - und so manches andere auch nicht. Das wird zu Apples Problem.

China war für Apple und andere Hersteller von Unterhaltungselektronik zunächst eine kostengünstige Werkbank, wurde dann als Absatzmarkt immer wichtiger und ist im Zeitalter der Handelskonflikte zu einem Problem geworden. Noch mehr hat Apple aber damit zu kämpfen, dass seine Strategie, mit wachsenden Services die Sättigung bei Hardware zu überwinden, in der Volksrepublik nicht aufgeht.

Der App Store ist schon schwierig, die meisten Podcasts sind in China nicht verfügbar, ebenso greift die staatliche Zensur bei Musik ein. Von Apple TV+ und Apple News+ gar nicht zu reden, auch Apple Arcade fehlt in China – Inhalte sind den Untertanen leichter vorzuenthalten als Geräte. Loop-Ventures-Analyst Gene Munster sieht Apple starken Gegenwind ausgesetzt: Es sei völlig unklar, welche Services Apple in China anbieten könne, erklärt er gegenüber Bloomberg .

Auf China entfallen zehn Prozent der Services-Umsätze, während rund 18 Prozent der Einnahmen aus iPhone-Verkäufen aus dem Land stammen. Investoren würde das besorgen, dass die Services-Wachstumstrategie im zweitwichtigsten Markt nach der USA nicht aufgehe. Das fehlende Puzzle-Teil der Services sei China, betont auch der Wedbush-Analyst Dan Ives.

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