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Apples Sicherheitschef der Bestechung beschuldigt

24.11.2020 | 09:42 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Santa Clara County beschuldigt mehrere Bürger der Bestechung. Darunter ist auch der Chef des Apple-Sicherheitsdienstes.

Die Staatsanwaltschaft des Santa-Clara-County in Kalifornien hat nach einer zweijährigen Untersuchung Anklage wegen Bestechung und Bestechlichkeit unter anderem gegen Apples Sicherheitschef Thomas Moyer und den Untersherrif des Bezirks Rick Sung erhoben. Der Vorwurf: Moyer soll Sung "etwas von Wert" gegebenen haben, damit dieser die Erteilung von CCW-Lizenzen für Mitarbeiter von Apples Sicherheitsdienst beschleunigt oder wenigstens nicht mehr verzögert. Die CCW-Lizenz erlaubt ihren Inhabern, Waffen verborgen in der Öffentllichkeit zu tragen, am Körper oder in der Nähe. Nach Angaben des Staatsanwaltes stand Moyer vom Februar bis August 2019 in Kontakt mit Sung. Als Gegenleistung für ohne Verzögerungen ausgestellte Waffenlizenzen haben sich die beiden darauf geeinigt, Apple würde an Sheriffs Abteilung knapp 200 iPads spenden. Die Staatsanwaltschaft beziffert eine solche Spende in Höhe von 70.000 US-Dollar.

Apple habe auf die Vorwürfe reagiert und eine interne Untersuchung angestrengt, dabei aber kein Fehlverhalten seines Sicherheitschefs feststellen können, heißt es in einer Erklärung. Moyers Anwalt sieht seinen Mandanten als unschuldig an und eher als Kollateralschaden in einem langen und erbitterten Streit um Kompetenzverteilung zwischen der Staatsanwaltschaft und Sheriff um Verteilung der Waffenlizenzen. Das lokale Gesetz sieht vor, dass die Anwärter gute Gründe darlegen und einen Waffenkurs besuchen sollen, bevor sie sich für die Lizenz bewerben, das letzte Sagen bei der Erteilung hat der Sheriff.

Das letzte Wort in der Sache wird wohl das Gericht des Bezirks fallen: Die Beschuldigten sollten zu einer Anhörung am 11. Januar 2021 erscheinen. Es droht eine nicht näher benannte Freiheitsstrafe.

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