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Auf der Suche nach Antworten

10.03.2007 | 08:00 Uhr

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Wir bitten Apple Deutschland um eine Stellungnahme, gerne würden wir den Apple-Umweltbeauftragten zu der Greenpeace-Kritik befragen. Die Antwort kommt schnell per E-Mail und sie kommt uns bekannt vor. Zum Thema sei bereits alles gesagt, lautet die offizielle Antwort. Und angehängt ist die Stellungnahme von der Apple-Zentrale in Cupertino.

Greenpeace färbt den Apple Store in New York ein.
Vergrößern Greenpeace färbt den Apple Store in New York ein.
© Martin Strang

Die Umweltschützer dagegen sind zu sprechen, wenn auch erst nach einigen Anläufen. Greenpeace in Deutschland, so stellt sich heraus, hat mit der Liste "Grüne Elektronik" nichts zu tun. Die wird von der internationalen Zentrale in Amsterdam erstellt. Nach einigen Telefonaten stellt uns die Zentrale in Amsterdam den Kontakt zu Olivia Langhoff her, internationale Bereichsleiterin Chemie. Warum denn genau diese 14 Unternehmen, darunter Apple, für die Liste untersucht wurden, wollen wir wissen. "Wir haben die Marktführer aufgenommen sowie die Firmen, die den größten Einfluss auf ihren Sektor haben", erklärt Langhoff. Für Apple als innovatives Unternehmen sei das Abschneiden im Greenpeace-Ranking eine traurige Bilanz.

Das amerikanische EPA-Ranking, auf das Apple verweist, lässt Greenpeace nicht als Entschuldigung gelten. "Unsere Kriterien gehen viel weiter als die amerikanischen Anforderungen. Und selbst im EPA-Ranking hat Apple für die Macbook Pros keine goldene Auszeichnung erhalten. Unserer Meinung nach ist das kein großartiges Ergebnis für Apple", erläutert Langhoff.

Greenpeace möchte, wie es in den Kampagnenmaterialien unermüdlich wiederholt, Apple dazu bringen, auch in Sachen Umweltschutz als Trendsetter voranzugehen. Politische Richtlinien wie das EU-weite Verbot bestimmter Schadstoffe in Form der RoHS-Norm (Restriction of the use of certain Hazardous Substances) kosten nach Greenpeaces Ansicht zu viel Zeit. "Wir wollen, dass die Marktführer und Innovatoren mit eigenen Schritten vorangehen. Gesetzliche Regelungen wie die RoHS-Norm beziehen sich zudem immer nur auf einzelne Länder", so die Greenpeace-Mitarbeiterin. Greenpeace setze auf Selbstverpflichtungen der Industrie, die weltweit für die gesamte Produktpalette gelten.

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