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24.07.2004 | 10:00 Uhr |

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Internet Explorer immer unbeliebter, Microsoft einigt sich mit Lindows, Nützlich Programme auch für Windows

von Thomas Hartmann

Sensation: Internet-Explorer verliert Marktanteile!!!

Wie sehen diese Schlagzeile in großen roten oder weißen Buchstaben auf der Titelseite einer in Deutschland äußerst verbreiteten äh... Tageszeitung. Zugegeben - so weit ist es zwar noch nicht gekommen. Doch man musste schon den Eindruck des Sensationellen erhalten, als in der vergangenen Woche zahlreiche Newsseiten und noch am letzten Montag faz.net darüber mit ungläubigem Staunen berichteten und im selben Atemzug Mozilla ("Es klingt wie eine moderne Geschichte von David gegen Goliath") als beste Browser-Alternative empfahlen. Was war geschehen?
In nüchternen Zahlen ausgedrückt ist der Marktanteil des Internet Explorers von Microsoft von 95,7 auf 94,7 Prozent gefallen, hat also etwa einen Prozentpunkt verloren. Die Mozilla-Browser ist dagegen leicht auf über vier Prozent Marktanteil angestiegen. Hört, hört! Ist das die Wende? Schließlich musste der ins Windows-Betriebssystem immer noch integrierte Internet-Explorer zuletzt einige Schlappen hinnehmen, so weit, dass etwa die US-Regierung vor ihm als Sicherheitsrisiko warnte. In Apples Mac-Welt spielt er zumindest auf längere Sicht praktisch keine Rolle mehr, denn für dessen Betriebssystem wird er nicht mehr weiterentwickelt. Die letzte Version 5.2.3 erschien bereits vor einigen Monaten, die Mac BU hat erkannt, dass gegen Safari als Standard-Browser auf dem Mac kein Kraut gewachsen ist. Hier zumindest hat Microsoft bereits seine Markt beherrschende Position verloren. Aber auch auf Windows-PCs?
Wohl kaum. Solange der Internet-Explorer quasi automatisch mit Windows startet, werden sich nur relativ bewusste Anwender um Alternativen scheren. Sicherheitsrisiko? Aus dem eigenen Freundes- und Bekanntenkreis ist uns bekannt, wie wenig sich die meisten User wirklich darum kümmern. Online-Banking mit dem Internet-Explorer, Eingabe der Kreditkarten-Daten, Speichern von Passwörtern, vielleicht gleichzeitiges Nutzen von Tauschbörsen und anderem - allein beim Gedanken daran wird uns schwindelig. Und dennoch handeln viele genauso und werden das kaum ändern, bis es sie leider einmal wirklich erwischt hat, etwa mit unerlaubten Abbuchungen von ihrem Girokonto oder Benutzung ihrer Kreditkarten an Orten, an denen sie niemals waren. Grob fahrlässig, aber Realität.
Wer unter Windows nicht einmal die mit höchster Priorität gekennzeichneten Sicherheitspatches von Microsoft aufspielt, wird sich erst recht nicht die Mühe machen, sich mit einem anderen Internet-Zugangsprogramm anzufreunden. Das größte Sicherheitsrisiko in Internet-Explorer ist nach wie vor das proprietäre, aber von vielen Homepages genutzte ActiveX. Daher noch einmal ein Tipp an alle, die dennoch den Internet-Explorer unter Windows weiter nutzen wollen: Kostenlose Zusatzprogramme wie der <a href=" Avant" target="XLINK" name="16349">http://www.avantbrowser.com">Avant Browser</a> machen es leicht, per Mausklick im "Extra"-Menü diese und andere Skriptsprachen rasch ein- oder abzuschalten, was deutlich komfortabler ist als die Sicherheitseinstellungen der "Internetoptionen" im Internet-Explorer bzw. der Systemsteuerung selbst aufzurufen. Die beliebten Tabs und andere nette Funktionen bekommt man damit ebenfalls als "Aufsatz" auf den Microsoft-Browser.

Info: Microsoft

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