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25.09.2004 | 12:15 Uhr | Thomas Hartmann,

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Der Windows-Wochenrückblick

PC-Anwender und -Tester im iMac-Rausch

Verkehrte Welt: Während viele von uns Macianern, dem Verfasser dieser Zeilen eingeschlossen, kurz nach Präsentation des neuen G5-iMacs eine allgemeine Nörgelei anstimmten über Design und schwachbrüstige Grafikkarte des neuen Apple-All-in-one, überschlägt sich die PC-Presse geradezu vor Begeisterung für den systemfremden Computer. So hat das amerikanische PC-Magazine dem als "großen Bruder vom iPod" stilisierten Consumer-Mac tatsächlich fünf von fünf möglichen Punkten bzw. Sternen verliehen (Editor’s Choice). Trotz Kritik in durchaus gewichtigen Einzelheiten, wie etwa der (genau!) etwas schwachen und nicht auswechselbaren Grafikkarte sowie beim Soundsystem (schwächliche Bässe). Aber damit nicht genug: In Einzelwertungen erhielt der neue iMac durchaus keine Spitzenpositionen beim PC-Fachblatt. Von 100 Prozent vergaben die Redakteure 74 Prozent für "Video", 79 Prozent für Spiele, 86 Prozent für Musik und 81 Prozent für die Verwaltung und Bearbeitung von Fotos mit iPhoto. Da staunt man am Ende doch über die Höchstbewertung insgesamt. Obwohl wir natürlich schon längst wissen, wie einfach und elegant Macs aller Art zu bedienen sind. Aber so etwas aus der PC-Ecke mit dem inbrünstiger Überzeugung zu vernehmen ist dann noch mal etwas Besonderes.

Und es geht ja noch weiter. Das Time Magazine hat den G5-iMac zum "Gadget of the Week" ernannt, der bekannte Kolumnist Walt Mossberg zeigt sich im auf Wirtschaftskreise einflussreichen Wall Street Journal ebenfalls begeistert über den "elegantesten Schreibtischcomputer, den ich jemals besessen habe". Er sei nicht nur "ungewöhnlich schön, sondern auch schnell, kraftvoll, virusfrei sowie" - haste Töne - "erstaunlich preiswert". Das bisschen Kritik, das in diesen Kreisen hier und dort an der etwas mageren Ausstattung doch noch laut wird, können wir getrost vergessen. Staunen wir also behaglich und wünschen dem G5-iMac, dass er Apple nun auch ein paar Prozentpunkte zusätzlicher Marktanteile beschert. Solange wollen wir dann mal den Mund dazu halten um das Geschäft nicht zu verderben. Aber übrigens - wozu man einen Computer an die Wand hängen soll, wissen wir eigentlich nicht so genau. Mit unter die Decke nehmen kann man ihn freilich auch. Da liegt er wenigstens warm.

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