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Aus für Flash auf iPhone

29.04.2010 | 15:31 Uhr |

Aus für Flash auf iPhone

Steve Jobs äußerte sich laut des US-Magazins Wired auf einer Versammlung von Apple-Mitarbeitern nur noch abfällig über die Flash-Technologie. In seinen Thougts on Flash stellt der Apple-CEO nun seine Sicht der Dinge klar
Vergrößern Steve Jobs äußerte sich laut des US-Magazins Wired auf einer Versammlung von Apple-Mitarbeitern nur noch abfällig über die Flash-Technologie. In seinen Thougts on Flash stellt der Apple-CEO nun seine Sicht der Dinge klar

Fast zeitgleich zum Start der Creative Suite 5 kündigte Apple nämlich die nächste Version 4.0 des iPhone OS an - und änderte in dessen Lizenzbestimmungen für Entwickler von Apps für das iPhone einen Absatz, der nun wohl endgültig das Aus für Flash-Anwendungen auf iPhone und iPad bedeutet. Die Änderung besagt, Anwendungen dürfen "nur öffentlich dokumentierte APIs einsetzen und keinesfalls undokumentierte, private APIs benutzen oder intern aufrufen. Alle Anwendungen müssen original in Objective-C, C, C++ oder Javascript für die iPhone-OS Webkit Engine geschrieben sein. Nur Programmiercode in Objective-C, C, C++ darf kompiliert und mit einer dokumentierten API eingesetzt werden. Das heißt Anwendungen, die zusätzliche Dienstprogramme oder Konvertierungen benötigen, um an die API eingebunden zu werden, sind unzulässig."

Für Nicht-Programmierer übersetzt heißt das, Programmzeilen dürfen in keiner anderen Entwicklungsumgebung geschrieben werden, und damit auch nicht als Flash-Entwicklung. Damit nimmt Apple Kollateralschaden in Kauf, denn auch andere Cross-Entwicklungen wie mit Monotouch und Unity3D sind so für iPhone und iPad ausgeschlossen. Die meisten Beobachter sind sich jedoch einig, dass Steve Jobs mit dieser Maßnahme auf Adobe zielt.

Apple und Adobe schießen aufeinander

Adobe-Gründer Charles Geschke erklärt 1997 die Unterstützung für Mac voreilig für beendet. Nach Steve Jobs Rückkehr und Apples wirtschaftlicher Gesundung hinkten Adobes Programme dem technischen Stand der Mac-Plattform bis heute hinterher.
Vergrößern Adobe-Gründer Charles Geschke erklärt 1997 die Unterstützung für Mac voreilig für beendet. Nach Steve Jobs Rückkehr und Apples wirtschaftlicher Gesundung hinkten Adobes Programme dem technischen Stand der Mac-Plattform bis heute hinterher.

Schon in den Wochen zuvor nahmen die zwischen Apple und Adobe ausgetauschten Nicklichkeiten an Schärfe zu. Die Öffentlichkeit bekam davon hauptsächlich Äußerungen von Adobes Seite wie etwa auf dem Blog von Photoshop-Manager John Nack mit, da Mitarbeiter von Apple betreffend Geschäftsbeziehungen zu anderen Firmen zum Schweigen verdonnert sind. Aus Apple Lager wurde fast nur der Unmut über Flash von Steve Jobs höchstpersönlich kolportiert. Nach der Vorstellung des iPad soll er laut dem US-Magazin Wired auf einem Jahrestreffen von Apple-Angestellten (Townhall Meeting) Adobe als faule Firma und Flash lite als zu langsam, um nützlich sein, bezeichnet haben. Auch sei Flash für die Mehrzahl der Programmabstürze unter Mac-OS X verantwortlich.

Klar ist aber auch, dass Steve Jobs es nicht zulassen will, bei der Entwicklung eigener Techniken wie dem iPad von anderen abhängig zu sein. Und Programme, die nach dem Motto "Einmal erstellt, auf vielen Plattformen laufend" entstehen, verwässern das Anwendererlebnis und blockieren den Anwenderzugang zu plattformeigene Techniken (zu denen Entwickler nur über Apples eigene APIs Zugang haben sollen). Einige Beobachter und Entwickler äußern dafür sogar Verständnis. Bei Entwicklungen für Game-Konsolen beispielsweise sei die Herstellerkontrolle über die eigene Plattform noch restriktiver.

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