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Auslassungspunkte/Ellipse

27.02.2007 | 13:47 Uhr |

Auslassungspunkte/Ellipse

Vorbildlich: Neben vielen Negativ-Beispielen hier mal eine typografisch korrekte Variante von Gedanken- und Bindestrich. Quelle: Freundin
Vergrößern Vorbildlich: Neben vielen Negativ-Beispielen hier mal eine typografisch korrekte Variante von Gedanken- und Bindestrich. Quelle: Freundin

Wie geht man vor, wenn Teile eines Satzes oder eines Wortes wegfallen sollen …? Das hierfür verwendete typografisch korrekte Zeichen sind die Auslassungspunkte, im Fachterminus „Ellipse“ genannt. Vorsicht, es handelt sich dabei nicht um drei hintereinander gesetzte Punkte! Sondern um ein feststehendes, einzelnes Sonderzeichen. Fallen mehrere Wörter eines Satzes weg, verwendet man die Ellipse mit einer Leerstelle davor: „Ich ging meines Weges, dann aber …“ Signalisiert die Ellipse die Auslassung eines Wortteils, um manchmal bestimmten Menschen nicht zu nahe treten zu wollen, folgt die Ellipse natürlich ohne Leerstelle direkt am Wortteil: „Du B…!“ – was „Du Blödmann“ bedeuten soll. Folgt der Ellipse noch ein Satzzeichen, so steht dies direkt dahinter, auch wenn dies gewöhnungsbedürftig erscheint ….

Ligaturen

Tipp: (•) So setzt man Anführungszeichen (••) Bei größeren Schriftgraden (•••) Vor und hinter den Zeichen steht etwas Raum
Vergrößern Tipp: (•) So setzt man Anführungszeichen (••) Bei größeren Schriftgraden (•••) Vor und hinter den Zeichen steht etwas Raum

Soll ein Printmedium den letzten Schliff erhalten und bleibt bei der Gestaltung noch Zeit übrig, bietet es sich an, im Text Ligaturen zu verwenden. Ligaturen („Verbünde“) sind die optische oder formale Verbindung von zwei oder drei Schriftzeichen zu einer Figur. Die gängigsten Ligaturen sind: ff fi fl ffi ffl

Sie haben gleich mehrere Funktionen. Eigentlich sollen sie vermeiden, dass sich Zeichen ungewollt berühren, indem sie diese Zeichen gewollt miteinander verbinden. Darüber hinaus ziehen sie Doppelkonsonanten zusammen, die als Lauteinheit auftreten; und sie können der Verzierung dienen. Die Verwendung von Ligaturen im Zeitungs- und Zeitschriftensatz wäre ein mühseliges Unternehmen und allein aus Zeitgründen gar nicht zu bewerkstelligen. Handelt es sich jedoch um hochwertige Bücher, Plakate oder Imagebroschüren, finden solche Elemente durchaus ihren Platz.

Fazit

So nicht: Neue Medien stehen nicht unbedingt für schlechte Typo: Der dritte Song auf dem Handy-Display heißt: Lose Yo… urself von Eminem und ist im Gegensatz zum Zitat im SPD-Mitgliedermagazin richtig gesetzt.
Vergrößern So nicht: Neue Medien stehen nicht unbedingt für schlechte Typo: Der dritte Song auf dem Handy-Display heißt: Lose Yo… urself von Eminem und ist im Gegensatz zum Zitat im SPD-Mitgliedermagazin richtig gesetzt.

Die Anwendung dieser sieben Grundregeln für korrektes typografisches Gestalten führt zu ausgewogenen Printmedien. Dem aufmerksamen Leser und Betrachter fallen schon nach kurzer Zeit die Kardinalsfehler schlecht gesetzter Medien auf. John Warnock hat mit seinem zu Beginn zitierten Ausspruch sicherlich Recht. Nicht nur, dass jeder gute Typografie liest, ohne es bewusst wahrzunehmen, oftmals sieht man nicht einmal typografische Fehler, geschweige denn, verbessert sie. Medienfachleute sollten diese Regeln jedoch beherrschen.

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