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"Bild"-Verlag Axel Springer reicht Kartellbeschwerde gegen Apple ein

26.04.2021 | 16:49 Uhr | Halyna Kubiv

Neun deutsche Werbebetreibende, unter anderem auch der Axel-Springer-Verlag, haben eine Kartellbeschwerde gegen Apple eingereicht.

Apple macht Ernst und ver√∂ffentlicht voraussichtlich heute iOS 14.5, das grundlegend das Tracking des Nutzers und somit Werbung beeinflussen kann: Per Standard wird Tracking deaktiviert und nur nach Erlaubnis des Anwenders freigeschaltet. Facebook hat bereits im Dezember versucht, dagegen vorzugehen und eine PR-Kampagne gestartet , die vor allem kleine und mittlere Unternehmen im Nachteil sah. In Deutschland legen indes Axel Springer, der Verlag hinter "Bild", "Welt" & Co. sowie Facebook und weitere Unternehmen nach und reichen eine Kartellbeschwerde beim Bundeskartellamt ein. Dies berichtet die " Financial Times " (hinter Paywall). Ein Sprecher der Bundeskartellbeh√∂rde hat uns gegen√ľber den Eingang der Beschwerde best√§tigt.

Verleger klagen √ľber fehlenden Zugang zur Kundschaft

Thomas Hoppner von der Kanzlei Hausfeld, die die Beschwerdeinitiatoren vertritt, argumentiert die Kartellbeschwerde damit, dass Apple wohl sein Werbe-Gesch√§ft im App Store ausbauen will. Mit der aggressiven App-Tracking-Politik wird dies die Wettbewerber benachteiligen, die keinen Zugang zu den Nutzerdaten mehr haben werden. Mit den √Ąnderungen nach iOS 14.5 wird bef√ľrchtet, dass die App-Entwickler bis zu 60 Prozent ihrer Werbeums√§tze verlieren. Dies k√∂nnte dazu f√ľhren, dass sich die Gesch√§ftsmodelle in Richtung Abo oder bezahlte Apps √§ndern. Laut Hoppner wird dies auch die Anwender benachteiligen, weil sie mehr f√ľr Apps zahlen m√ľssen. Zudem w√ľrden sie mehr Zeit damit verbringen, nach f√ľr sich relevanten Angeboten zu suchen.

Eine vergleichbare Beschwerde wurde gegen Apple bereits im Oktober 2020 in Frankreich eingereicht. Damals hat sich IAB France , eine franz√∂sische Werbevereinigung, √ľber Apple beschwert.¬† Mittlerweile hat die franz√∂sische Kartellbeh√∂rde seine Entscheidung verk√ľndet: Gegen Apple werden keine Ma√ünahmen erhoben. Der Anbieter darf auf seiner Plattform Regeln aufstellen, solange sie nicht rechtswidrig sind. Die Formulierungen beim Tracking-Erlaubnis sind zudem recht neutral, so dass sie keine kognitiven Verzerrungen gegen√ľber dem Werbe-Tracking verursachen k√∂nnen. Die franz√∂sische Beh√∂rde weist jedoch darauf hin, dass weitere Nachforschungen noch laufen. Vor allem muss gekl√§rt werden, ob Apples Anti-Tracking-Schranke andere Wettbewerber behindert und Apple selbst davon profitiert.¬†

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