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BMW: Keine Angst vor Apple Car

09.03.2021 | 13:33 Uhr | Peter Müller

Pfeifen im Walde oder berechtigte Gelassenheit? In München sorgt man sich nicht über die Aktivitäten Cupertinos.

Ob und wann Apple ein autonomes Fahrzeug baut, mit wem Cupertino dabei kooperiert und wie viele Apple Cars verkauft werden, ist noch völlig offen. Zuletzt hatten sich wieder Gerüchte über das autonome Elektrofahrzeug geradezu überschlagen, bis ein solches auf den Straßen rollt – und sei es nur für die "letzte Meile" – würde es noch etliche Jahre dauern. Im Fahrzeugbau sind die Takte aber wesentlich länger als in der ITK-Industrie, fünf Jahre mal schnell vergangen.

Die etablierte Automobilindustrie macht sich angesichts der zahlreichen Spekulationen um ein Auto aus dem Silicon Valley wenig Sorgen – zumindest wollen offenbar deren Vertreter, dass die Öffentlichkeit so denkt. Nachdem VW-Chef Herbert Diess im Februar bereits sagte , er fürchte eine mögliche Konkurrenz von  Apple nicht, schlägt der Finanzchef von BMW, Nicolas Peter, im Interview mit Bloomberg in die gleiche Kerbe.

Er schlafe sehr gut angesichts der Aussichten auf einen neuen Player: "Wettbewerb ist eine feine Sache, er hilft dabei, die anderen zu motivieren." BMW sei in einer "starken Position", und wolle weiter eine Führungsstellung in der Industrie einnehmen. Wenn sich da mal VW, BMW und Konsorten nicht täuschen wie weiland Nokia, Motorola und Microsoft bezüglich des iPhones. Die etablierten Firmen waren sich sicher, dass ein Neuling kaum ein erfolgreiches Smartphone bauen könne, der damalige Microsoft-Chef Steve Ballmer meinte gar, "niemand" würde 500 Dollar für ein Telefon ausgeben.

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BMW wird aber die vom Elektromotor ausgehende Disruption nicht unterschätzen, im Gegenteil. Nach Ansicht von Peter sind Hersteller aus dem Premiumsegment aufgrund ihrer hohen Margen besser in der Lage, Entwicklungen in Gang zu setzen als kleinere Autobauer. Dabei hat BMW auch mehr als nur die Hardware im Visier, an Services wie dem zusammen mit Daimler betriebenen Uber-Konkurrenten Free Now wollen die Münchner festhalten, wie ihr CFO bekräftigt: "Wir werden aus den digitalen Mobilitätsdiensten nicht aussteigen. Vor allem in innerstädtischen Gebieten haben wir unser Fahrverhalten geändert. Wir bereiten uns darauf vor, dass der Zugang von Privatfahrzeugen zu diesen Städten reduziert wird – deshalb brauchen wir diese Mobilitätsdienste." Im Herbst hatte es Berichte über ein Interesse von Uber an Free Now gegeben.

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