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Bei Medienplayern hat HD-DVD die besseren Karten

25.11.2006 | 09:00 Uhr

Blu-ray-Brenner von Sony: BWU 100A
Vergrößern Blu-ray-Brenner von Sony: BWU 100A

Auch die Medien stehen noch am Anfang der Entwicklung. Die ersten einschichtigen Medien sind bereits im gut sortierten Fachhandel zu haben, doppelschichge Medien mit 50 GB Kapazität sind vorbestellbar. Panasonic und TDK haben in ihren Labors aber bereits Medien mit 100 und 200 GB Kapazität erfolgreich gebrannt. Bis zu sechs Lagen sind unter Laborbedingungen möglich - wenn auch die Brenndauer abschreckend lang ist. Aktuelle Blu-ray-Laufwerke sind nach Tests der Fachpresse bei zweifachem Tempo recht zuverlässig.

Aber bisher fehlt den Laufwerken noch eine andere wichtige Beigabe – ein DVD-Player für den Mac. Apples DVD-Player kann bisher keine Blu-ray-Medien abspielen, dazu fehlt die Unterstützung des Kopierschutzsystems AACS. Zudem benötigt man für die Anzeige einer verschlüsselten DVD auch einen Monitor und eine Grafikkarte mit HDCP-Unterstützung, einem zweiten Kopierschutz. Ohne dies bleibt ein Blu-ray-Laufwerk im Mac eine reine Datenspeicherlösung - mit hohen Kosten. Unterstützt wird Blu-ray frühestens nach der Einführung von Mac-OS X 10.5. Hier sollte Apple Blu-ray in das Mac-Brennsystem integriert haben und den DVD-Player mit Blu-ray-Filmen kompatibel machen. Bis dahin wird sich aber auch der Preis der Rohlinge und der Laufwerke drastisch reduziert haben.

Bei Medienplayern hat HD-DVD die besseren Karten

Wichtigstes Argument für den Kauf eines HD-Laufwerks sind DVD-Filme mit hoher Auflösung. Da Computer durch den starken Kopierschutz nicht ohne Probleme zum Abspielgerät taugen, sind die Standalone-Player eine Alternative. Besitzer eines großformatigen LCD-Fernsehers könnten mit einen Blu-ray oder HD-DVD-Player endlich die hohe Auflösung des Bildschirms ausnutzen und bekommen auch eine deutlich bessere Tonqualität. Bei den Abspielgeräten fürs Wohnzimmer hat aktuell das Format HD-DVD das preiswertere Angebot. Von Toshiba gibt es ab Mitte Dezember zum Straßenpreis von 500 respektive 800 Euro zwei Standalone-Geräte, die HD-DVDs und andere DVD-Formate unterstützen. Die beiden Blu-ray-Player von Samsung kosten dagegen mindestens 1100 Euro, auch ein Blu-ray-Player von Panasonic ist bereits bestellbar – zu einem Preis von 1300 Euro. Als preiswerter Blu-ray-Player empfiehlt sich die Spielekonsole PS3 von Sony. Da der japanische Hersteller aber Probleme hat, ausreichend blaue Laserdioden zu produzieren, findet das Weihnachtsgeschäft 2006 in Europa ohne Sony statt. In Deutschland ist die 500 Euro teure PS3 erst ab März zu haben sein – ein herber Rückschlag für das Blu-ray-Lager.

Stärkster Konkurrent für die neue Gerätegattung ist vielleicht ein Xbox-Zubehörteil, das schon kurz nach dem Erscheinen in Deutschland ausverkauft war: Für knapp unter 200 Euro gibt es für die Xbox ein externes HD-DVD-Laufwerk, das HD-DVDs lesen kann. Die Xbox wird so zum preiswerten HD-DVD-Player, der zwar keine HDMI-Schnittstelle oder Mehrkanalausgänge bietet, aber an einem aktuellen LCD-TV hochaufgelösten DVD-Konsum ermöglicht. So liegt dem Laufwerk auch einer der interessantesten HD-Titel, der Film „King Kong“ bei. Wie in Windows-Kreisen üblich gibt es bereits einen (nicht offiziellen) Windows-Treiber und sogar DVD-Player-Software, mit dem man das Gerät an einen Windows-PC anschließen und HD-DVDs abspielen kann .

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