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"Beim iMac mache ich mir keine Sorgen"

22.01.2002 | 00:00 Uhr |

Wie groß sind die Chancen für den iMac in Deutschland? Was wird Apple tun, um dem neuen Edel-Gerät hierzulande zum Durchbruch zu verhelfen? Macwelt sprach mit Frank Steinhoff, Geschäftsführer Apple Deutschland.

MW: Herr Steinhoff, ein schönes Ergebnis sind die Quartalszahlen, die Apple im Januar veröffentlicht hat.

Steinhoff:

Danke, ich denke, in der heutigen Zeit kann man damit sehr zufrieden sein.

MW:

Was uns etwas verwundert hat, ist die Tatsache, dass im Vergleich zu den Vorquartalen sowohl der Gewinn als auch die Umsatzzahlen zurück gegangen sind.

Steinhoff:

Zum Einen haben wir nicht operative Kosten von 24 Millionen Dollar für Umstrukturierungsmaßnahmen und IT-Investitionen gehabt, die in dieses Quartal geflossen sind. Die fehlen uns hier. Trotzdem haben Sie Recht, sequentiell sind die Gewinne im Vergleich zu den letzten Quartalen zurück gegangen. Wenn Sie die Umsätze der letzten Quartale betrachten und die verkauften Stückzahlen, dann werden Sie aber fest stellen, dass die Umsätze stabil geblieben sind. Wir haben einen anderen Produkt-Mix. Die starken Powerbook-Verkäufe tragen stärker zum Umsatz bei, auch wenn die Stückzahlen weniger hoch sind. Die Schwierigkeiten im US-Education-Bereich, wo die iBook-Verkäufe zurück gegangen sind, machen sich bei den Stückzahlen bemerkbar. In Europa haben wir diese Einbrüche allerdings nicht.
Auch beim iMac war im letzten Quartal die Spekulation sehr hoch, dass zur Macworld Expo ein neues Modell kommen würde. Es gab eine extreme Kaufzurückhaltung bei den iMacs, wie man an den Stückzahlen sieht. Das ist aber nicht unbedingt dem iMac zuzuschreiben.
In Deutschland war dies übrigens nicht der Fall. Hier konnten wir mit unserem 1999-Mark-Gerät die iMac-Verkäufe stabil halten. Insbesondere Neukäufer, die sich nicht so sehr an den Spekulationen um neue iMacs zur Macworld Expo beteiligten, konnten wir so gewinnen. Ich will nicht sagen, dass der iMac grandios lief, das Angebot hat aber geholfen, die Verkäufe stabil zu halten.

MW:

Der Aussage, der neue iMac wäre besser vor dem Weihnachtsgeschäft auf den Markt gekommen, können Sie so nicht zustimmen?

Steinhoff:

Der iMac musste erst Mal fertig werden. Er musste etwas sein, was völlig innovativ ist. Sie wissen, dass die Entwicklung fast zwei Jahre gebraucht hat. Noch nie hat es bei Apple direkt nach einem Produkt-Launch soviele Buchungen gegeben wie beim iMac. Ich kann Ihnen hier keine Zahlen nennen, kann es aber aus Deutschland bestätigen: Für 14 Tage sind die Bestellungen erstaunlich. Das zeigt, dass dieses Produkt funktionieren wird. Es ist auch erstaunlich, wie schnell die Reaktion unserer Channel-Partner war, und die bestellen ja auch nicht blind, wenn sie sich nicht sicher sind, dass das Produkt gut läuft. Sie müssen sich vorstellen, dass es derzeit ein einziges Gerät in Deutschland gibt, und das steht gerade neben mir. Das heißt, die Kunden haben den iMac noch gar nicht live gesehen und bestellen trotzdem. Das ist schon toll.

Lesen Sie weiter, warum sich Frank Steinhoff keine Sorgen um den iMac macht und welche Präsenz Apple auf Messen zeigen will.

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