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Beta-Cam SP

01.02.2007 | 12:15 Uhr |

Beta-Cam SP

Das analoge Beta SP, ebenfalls von Sony, ist stark auf dem Rückmarsch. Da man aber noch relativ günstig darauf produzieren kann und Fernsehsender Beta SP weiterhin als amtliches Format akzeptieren, ist es immer noch weit verbreitet. Zur Aufnahme und Bearbeitung innerhalb von Final Cut Pro ist es notwendig, dass Sie über eine entsprechende PCI-Karte oder die AJA Io verfügen. Hier sollten Sie die analogen Komponentenanschlüsse verwenden und wegen des besseren Rauschabstands mit einem 10-Bit-Codec arbeiten. Es gibt noch einige wirklich gute Kameras, bei deren Aufnahmen man über diesen Weg auch in der Weiterverarbeitung das Beste rausholen kann.

IMX

Sony macht mal wieder sein eigenes Ding und hat mit IMX einen Nachfolger für seine Beta-Familie ins Leben gerufen. IMX ist MPEG-2-basiert und arbeitet im so genannten „IFrames only“-Verfahren, weshalb es dem Foto-JPEG und damit dem DV-Format gar nicht so unähnlich ist. Um IMX nativ zu verarbeiten, wird es aber nicht über Firewire übertragen, sondern über einen Ethernet-Anschluss. IMX-Player verfügen zwar auch über SDI oder Komponentenanschlüsse, aber sinnvoll ist es natürlich, wie bei DV das Signal nativ zu übertragen und zu verarbeiten. IMX bietet dafür auch bis zu satte 50 MBit, also so viel wie DVCPRO50, und verspricht auch entsprechende Qualität. Der Vorteil bei IMX ist daneben, dass der Kopiervorgang schneller als in Realtime erfolgen kann. Bei DV und anderen Formaten geht das nur, wenn man direkt auf Festplatten aufgezeichnet hat. Seit Final Cut Pro 5 und Quicktime 7 wird auch natives IMX unterstützt, und zwar sowohl im PAL- als auch im NTSC-Format. Allerdings benötigt man für das Ein- und Ausspielen der Videodaten zusätzlich Hardware, wie zum Beispiel von Telestream. Die IMX Daten werden verlustfrei in das Quicktime-Format gewandelt, bearbeitet und können dann als IMX oder beliebiges Sendeformat wieder ausgegeben werden.

Von unserer Einschätzung her ist Panasonic im Broadcast-Markt derzeit äußerst erfolgreich, während Sony zumindest bei den Formaten etwas an Boden verlieren könnte. Die Entwicklung wird auf jeden Fall interessant zu beobachten sein. Von Sony gibt es auch für die Consumer ein MPEG-2-basiertes Format namens Micro MV, das bei den uns derzeit bekannten Geräten in 12 MBit auf ein optisches DVD-Medium aufzeichnet. Aus unserer Sicht wird hier der DVD-Hype zum Anlass genommen, ein Format ins Leben zu rufen, das so unnötig ist wie ein Kropf. MPEG-2 ist ursprünglich als Distributionsformat für die DVD und Digitalfernsehen gedacht gewesen. Entsprechend dünn sind die Bearbeitungsmöglichkeiten, auch wenn sich da durchaus noch etwas entwickeln könnte. Immerhin findet sich auch hier die Firewire-Schnittstelle wieder, von Sony iLink genannt. Die Zukunft wird aber aller Wahrscheinlichkeit nach auf ein Festplattenaufzeichnungsverfahren hinauslaufen und auch dort ist Panasonic ganz vorne mit dabei, auch wenn es derzeit noch zu teuer ist. Beim iPod konnte man sehen, wie schnell Festplatten immer kleinere Ausmaße entwickeln, und das bei steigender Kapazität und sinkenden Preisen. Das wird wohl so auch bei Video werden.

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