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Bilder ohne Wackeln

08.12.2008 | 00:00 Uhr

Bilder ohne Wackeln

Nahezu selbstverständlich ist mittlerweile ein mechanischer Bildstabilisator, der Verwacklungen bei freihändigen Aufnahmen minimiert. So lassen sich auch ohne Stativ bei längerer Belichtungszeit noch scharfe Bilder schießen. Die meisten Kameras im Test gleichen dies durch Gegenbewegung von Linsen im Objektiv aus, die Samsung-Kamera verwendet ein CCD-Shift. Hier wird der Bildsensor entsprechend gegen bewegt. Nur die Fujifilm Finepix J150W bietet keinen mechanischen Bildstabilisator, ein Tribut an ihren Preis.

Ein mechanischer Bildstabilisator hat in schlechter Lichtsituation seine Grenzen bei Motiven, die sich schnell bewegen. Hier hilft der Einsatz vom Blitz oder eine höhere Empfindlichkeit. Das Problem dabei ist, dass die Bildqualität bei steigender Empfindlichkeit stark nachlässt. Bereits bei ISO 400 liefert keine der Kameras ein gutes Bild. Das Farbrauschen nimmt deutlich zu und die Dynamik ab. Hier suggerieren die Kameras durch aberwitzig hohe ISO-Werte den Eindruck, sie würden sich besonders gut für hohe Empfindlichkeiten eignen. Die Nikon Coolpix S710 bietet sogar maximal ISO 12 800 an, die Kameras von Sony und Samsung reichen bis ISO 3200 - wenn auch jeweils nur bei drei Megapixel in der höchsten ISO-Stufe.

Bildqualität

Trotz der enormen technischen Herausforderung, denn die Objektive müssen das Licht am Bildrand stark brechen, um es auf den Fingernagel großen Bildsensor zu leiten, meistern die Kameras diese Aufgabe in der Regel gut. Ein technisch unsinniger Trend mindert allerdings die Bildqualität. Die Auflösung des Bildsensors ist derart groß, dass die Optik die entsprechende Detailzeichnung gar nicht mehr liefern kann, wie die Ergebnisse aus unseren DC-Tau-Messungen immer wieder gezeigt haben. Bis acht Megapixel ist die Auflösung noch gerechtfertigt, da die Objektive diese zumindest in der Bildmitte noch abbilden. Die Nachteile der hochauflösenden Bildsensoren sind neben einem höheren Farbrauschen die größere Datenmenge, die die Kameras bewältigen müssen. Die moderne Signalverarbeitung gleicht das immerhin aus, dennoch kann man keine Qualitätssteigerung der Fotos gegenüber älteren Kameras ausmachen. Im Gegenteil, manche alten Kameras mit sechs bis acht Megapixel bieten besonders bei hoher Empfindlichkeit bessere Bildergebnisse.

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