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Billig-Angebote aus China ab 2021 teurer

23.07.2020 | 13:56 Uhr | Stephan Wiesend

Durch Wegfall eine Freigrenze werden Einkäufe in chinesischen Online-Shops ab 2021 voraussichtlich deutlich teurer.

Mit den günstigen Schnäppchen bei Ali und Co. könnte es schon bald vorbei sein: Immer mehr deutsche Konsumenten bestellen günstiges Zubehör wie iPhone-Hüllen oder Ersatzteile nicht mehr über den Fachhandel, Ebay oder Amazon, sondern gleich im Herstellungsland China. Bekanntester dieser Anbieter ist wohl Ali Express. Selbst die Versandkosten sind oft niedrig, dank einer Freibetragsgrenze von 22 Euro müssen günstige Sendungen – beispielsweise eine iPhone-Hülle – nicht einmal verzollt werden. Zusätzlich entfällt die Einfuhrumsatzsteuer. Ausgenommen sind davon allerdings Alkohol, Tabak und Parfüms.

Dies will die EU ab 2021 ändern, wie die Post jetzt bestätigt . Ab diesem Datum fällt auf alle Sendungen aus dem Nicht-EU-Ausland Einfuhrumsatzsteuer an, alle Warensendungen müssen zudem über den Zoll laufen. Für jede Sendung muss dann eine Zollanmeldung mit Abgabenerhebung durchgeführt werden, auch wenn die Ware aufgrund ihres geringen Wertes weiterhin zollfrei ist – dies betrifft alle Waren mit einem Wert unter 150 Euro. Ab 2021 beträgt die Einfuhrumsatzsteuer in Deutschland voraussichtlich 19 Prozent, der ermäßigte Satz liegt bei 7 Prozent. Vor allem der höhere Aufwand wird die Preise wohl deutlich steigen lassen.

Der Versand der günstigen Ersatzteile kann allerdings schon mal einige Monate dauern.
Vergrößern Der Versand der günstigen Ersatzteile kann allerdings schon mal einige Monate dauern.

Begründet wird dies von der EU-Kommission durch eine steuerrechtliche Bevorzugung von ausländischen Versandhändlern. Die heimische Wirtschaft soll durch die Neuregelung gestärkt werden, zusätzlich aber auch Mehrwertsteuerbetrug verhindert werden. Laut einem Artikel des Standards nutzen nämlich viele Händler diese Sonderregelung auch beim Versand teurerer Sendungen, eine sogenannte Unterfakturierung. Von europäischen Handelsverbänden wird die neue Regelung begrüßt, betroffen sind aber vermutlich auch viele Anbieter, die ihre Produkte per Amazon und Ebay anbieten.

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