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Bitkom: Eltern bewerten Digitalisierung der Schulen mit "mangelhaft"

19.09.2020 | 10:08 Uhr | Thomas Hartmann

Während das Corona-Lockdowns stellten auch die Schulen auf digitale Angebote um – diese kamen nach einer Umfrage der Bitkom allerdings schlecht bei den Eltern an.

Nur als ”mangelhaft” bewerten Eltern den digital durchgeführten Unterricht durch die Schulen nach den Erfahrungen, die man ab März aufgrund des weitgehenden Lockdowns inklusive Schulschließungen gemacht hat. Dies berichtet etwa Reuters   im Anschluss an eine Präsentation durch den Bitkom-Präsidenten Achim Berg, die man samt Folien auf dem Facebook-Auftritt der Tagesschau nachverfolgen kann (gut 30 Minuten).

Digitales Lernen: Deutschland auf dem letzten Platz

Befragt hat der Branchenverband Bitkom mehr als 1000 Personen, darunter 269 Eltern schulpflichtiger Kinder. Das Resultat bezeichnet Berg als ”ernüchternd” – bei vielen Bürgern sei massiv Vertrauen verspielt worden, weil der Unterricht oft ersatzlos gestrichen wurde und die Schülerinnen und Schüler durch die Schulen nicht gut betreut worden seien.

90 Prozent der Befragten sind demnach der Ansicht, die Pandemie habe die Defizite bei der Digitalisierung der Schulen schonungslos offen gelegt. Und stellen die Forderung, dass die Schulen noch während des laufenden Schuljahres in die Lage versetzt werden müssten, per Homeschooling unterrichten zu können. Die Hälfte der Interviewten ist dafür, dass auch zukünftig, nach Überwindung der Corona-Pandemie, der Unterricht zumindest teilweise digital stattfinden solle. Zudem wird von einer klaren Mehrheit der Bildungsföderalismus, nachdem jedes Bundesland selbst über die Art und Weise der Bildungsangebote entscheidet, als ”Bremsklotz” für die Digitalisierung betrachtet – dies sei nicht mehr zeitgemäß.

Auch die Bitkom selbst stellt Forderungen: So solle es mit Breitband-Anschluss und WLAN im gesamten Schulgebäude eine bessere digitale Infrastruktur in den Schulen geben. Auch die pädagogischen Konzepte und Inhalte seien den digitalen Anforderungen des Homeschoolings anzupassen. Dazu soll der Digitalpakt Schule, der bis 2024 Bundesmittel von fünf Milliarden Euro bereitstellt, unverzüglich umgesetzt werden. “Das Geld kommt bislang nur tröpfchenweise bei den Schulen an”, so Berg bei seiner Präsentation weiter.

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