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Black lives matter: Apple benennt Store in Glasgow um

16.06.2020 | 14:19 Uhr | Peter Müller

Warum sollte man Statuen von Rassisten stehen lassen und Straßennamen belassen? Apple zieht in Glasgow Konsequenzen.

Der größere der beiden Apple Stores in Schottlands größter Stadt heißt nun nicht mehr Apple Store Buchanan Street, sondern schlicht Apple Store Glasgow. Der Grund ist der Namensgeber der Straße, an der der Flaggshipstore liegt: Andrew Buchanan of Drumpellier war ein schottischer Tabakhändler und Sklavenhalter, der seinen Reichtum im frühen 18. Jahrhundert auf der Ausbeutung von aus Afrika verschleppten Menschen aufbaute.

Während der Blacklivesmatter-Kundgebungen hatten Demonstranten kürzlich die Buchanan Street in "George Floyd Street" umbenannt, dessen Ermordung durch einen Polizisten in Minneapolis die Welt bewegte, berichtet Heise.de . Die Stadt Glasgow wird sich der Aktion eher nicht so schnell anschließen, ob die Buchanan-Street je umbenannt oder wenigstens dem (noch lebenden) schottischen Computerwissenschaftler Bill Buchanan gewidmet wird, ist ungewiss.

Apple wollte offenbar nicht so lange nach einem unverfänglichen Namen für seinen größten schottischen Store warten und hat einfach den Laden umbenannt. Die zweite Niederlassung in Glasgow trägt den unverfänglichen Namen des Braehead Shopping Centers. Andere heikle Namen trägt keiner der britischen Stores, die derzeit noch nicht alle wieder eröffnet haben, auch der in Glasgow nicht.

In München ist der größte Store nach seinem Standort in der Rosenstraße benannt, der kleinere nach dem Olympia Einkaufszentrum. Eine heikle Adresse hat indes die deutsche Niederlassung Apples in München vermeiden können, dank einer Änderung des Straßennamens, Jahre bevor Apple in die Katharina-von-Bora-Straße zog. Denn diese war bis 2010 nach Kardinal Meiser benannt, dem antisemitischen bayerischen Landesbischof der Jahre 1933 bis 1945.

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