871981

Browser Watch: Internet Explorer 5 bekommt Konkurrenz

30.03.2000 | 00:00 Uhr |

Nachdem Microsoft im vergangen Jahr mit seinem Web-Browser Internet Explorer 4.5 im Mac-Bereich immer mehr Anwender gewinnen konnte, wurde es etwas ruhig um Netscape und andere Browser-Anbieter. Mittlerweile hat Microsoft nochmals nachgelegt und erntet mit dem neuen Internet Explorer 5 positive Kritiken. Der neue Browser zeigt nach Ansicht der Vereinigung "The Web Standard Project" die bisher beste Implementation der Standards HTML 4 und CSS-1.

Lob für den Internet Explorer

Laut Jeffrey Zeldman, führendes Mitglied des "Web Standard Projects", bietet Internet Explorer 5 die höchste Kompatibilität nicht nur in "synthetischen" Tests, sondern auch im alltäglichen Einsatz: "Der Browser", so Zeldman gegenüber Macwelt, "wurde über Monate hinweg getestet, auf echten Sites, über das ganze Web. Von Beta-Anwendern und Experten im CSS- und HTML-Bereich. In dieser Umgebung zeigt der IE5/Mac den höchsten Grad an Kompatiblität unter allen Browsern, auf allen Plattformen."

Besonders gelungen ist nach Ansicht von Jeffrey Zeldman die "DOCTYPE-sensitive Rendering"-Funktion, die kein anderer Browser bietet. Internet Explorer 5 nutzt dabei die in Web-Seiten vorhandenen Angaben des Dokumententyps. Diese Informationen verwenden Web-Browser, um die Inhalte korrekt darzustellen. Typische DOCTYPES sind etwa "HTML 4 Strict", "HTML 4 Transitional" oder "XML". Der Microsoft-Browser rendert eine Web-Seite entsprechend dieser Angabe. Der positive Effekt für Web-Designer: Sie können sicher sein, dass die Darstellung ihrer Seiten, entsprechend des gewählten Standards, korrekt ist. Darüber hinaus wird es für Web-Designer einfacher, Seiten zu erstellen, die auch ältere Web-Browser richtig rendern.

Neues von Netscape und Co

Dass die Konkurrenz nicht schläft, zeigen Netscapes, Operas und iCabs Anstrengungen im Mac-Bereich. Alle drei Hersteller planen neue Versionen, die in den nächsten Wochen und Monaten auf den Markt kommen sollen. Während etwa Microsofts Web-Browser über keine XML- und DOM-Implementation verfügt, wollen die drei anderen Hersteller diese oder andere Funktionen integrieren.

Netscapes Communicator 6, der in einigen Wochen für das Mac-OS, Linux, Solaris und Windows erhältlich sein soll, enthält etwa eine Rendering-Engine (Codename "Gecko"), die HTML 4, CSS-1, XML, DOM, JavaScript und EcmaScript darstellen können soll. Sollte der Browser all diese Funktionen gut beherrschen, wäre er nach Ansicht von Jeffrey Zeldman "der erste vollständige standardisierte Web-Browser in der Web-Geschichte".

Auch iCab soll Funktionen bieten, die Microsoft bisher nicht unterstützt. So will die deutsche Browser-Schmiede um Alexander Clauss und Oliver Joppich in der finalen Fassung von iCab unter anderem Cascading Style Sheets Level 2 (CSS-2) bieten. Der iCab-Browser war bisher ein Vorkämpfer im Bereich HTML-4-Standards. Besonders gelungen findet Zeldman die Funktion, dass iCab lächelt, sobald eine Seite kompatibel zu dem HTML-Standard ist. Seiner Meinung muss man jedoch die finale Fassung des Browsers abwarten, um die HTML-4-Fähigkeiten besser beurteilen zu können. "Erst in Verbindung mit Javascript und CSS-1", so der amerikanische Web-Experte, "sei der Browser eine ernsthafte Alternative".

Ebenso vielversprechend ist der Funktionsumfang des skandinavischen Opera-Browsers. Dieser Hersteller, will einen schlanken Browser im iCab-Stil anbieten, der ebenfalls HTML 4, CSS-1 und CSS-2 unterstützen soll. Im Gegensatz zu iCab und Internet Explorer soll Opera 4 darüber hinaus XML Documents, XML Namespaces und etwa CSS Extensions für beherrschen. Bleibt jedoch abzuwarten, wieviele dieser Funktionen der Hersteller in der finalen Version realisieren wird können.

Martin Stein

Macwelt Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
871981