2561994

Bundesnetzagentur kommentiert Kooperation von O2, Telekom & Vodafone

22.01.2021 | 09:44 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Telefónica/O2, Deutsche Telekom und Vodafone schließen 2021 gemeinsam weitere Lücken im ländlichen Raum. Dabei machen die Unternehmen einen Unterschied zwischen „grauen Flecken“ und „weißen Flecken“. Das steckt dahinter und so profitiert der Handynutzer.

Update 22.1.2021: Kommentar der Bundesnetzagentur zur Graue-Flecken-Kooperation von O2, Telekom und Vodafone

Die Bundesnetzagentur hat die kürzlich verkündete Zusammenarbeit zwischen Telefónica/O2 und Telekom sowie Vodafone zum Netzausbau in den "grauen Flecken" kommentiert . Demnach habe Telefónica mit Telekom und mit Vodafone jeweils ein Memorandum of Understandig abgeschlossen, wonach die Unternehmen beabsichtigen, in grauen Flecken zu kooperieren. Die “Kooperationen der Betreiber können wesentlich zu einer besseren Mobilfunkversorgung in Deutschland beitragen“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die Bundesnetzagentur betont ihren Anteil an dieser Vereinbarung. Demnach beabsichtigten zunächst nur Telekom und Vodafone in den grauen Flecken zu kooperieren. Erst nach der Intervention von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur stehen jetzt alle drei Mobilfunknetzbetreiber – also auch Telefónica – jeweils in Verhandlungen. Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt würden die Verhandlungen aus frequenzregulatorischer bzw. kartellrechtlicher Sicht begleiten. Ziel der Bundesnetzagentur sei es, „Kooperationen der Netzbetreiber weitestgehend zu ermöglichen, da diese zu einem kosteneffizienten Netzausbau und einer Verbesserung der mobilen Breitbandversorgung beitragen können.“ Update Ende

O2, Telekom & Vodafone: So sollen die Netze im ländlichen Raum besser werden

Telefónica/O2, Deutsche Telekom und Vodafone wollen 2021 gemeinsam weitere Lücken im ländlichen Raum schließen. Die Zusammenarbeit läuft unter dem Motto „Graue Flecken Initiative“. Entsprechende Absichtserklärungen haben die drei Unternehmen jetzt unterzeichnet.

Das sind „graue Flecken“

Außerhalb von Wohngebieten und insbesondere abseits größerer Verkehrswege haben nicht alle Betreiber eine deckungsgleiche Netzversorgung. So entstehen sogenannte „graue Flecken“, also Flächen, in denen nur ein Anbieter einen mobilen Netzzugang für seine Kunden bietet (bei den „weißen Flecken“ - siehe unten - bietet überhaupt kein Mobilfunkunternehmen eine Netzversorgung vor Ort). Gerade in diesen wenig frequentierten Gebieten sei es für die Betreiber oftmals unwirtschaftlich, separate Infrastrukturen zu errichten und mit eigener Netztechnik zu betreiben, zumindest behaupten das die Mobilfunkprovider zu ihrer Verteidigung.

Auf diese Versorgungs- und Wirtschaftlichkeitslücke zielt die heute zwischen Telefónica/O2, Deutscher Telekom und Vodafone geschlossene Vereinbarung: An mehreren hundert Standorten, an denen jeweils nur einer der drei Kooperationspartner aktuell eine Mobilfunkversorgung sicherstellt, gewähren sich die Anbieter gegenseitigen Netzzugang für ihre Kunden. Damit wollen Telefónica/O2 und Vodafone sowie Telekom die sogenannten „graue Flecken“ in der 4G-Netzversorgung für ihre Kunden schließen.

Im Verlauf des Jahres 2021 soll diese gegenseitige Nutzung der aktiven Netzinfrastruktur, also der Sendetechnik und Antennen, umgesetzt sein. Im Gegensatz zu bisherigen Kooperationen wie Site-Sharing oder dem Betreiber-Abkommen zur Schließung „weißer Flecken“ müssen in diesem Ansatz keine zweite separate Funktechnik oder zusätzliche Antennen installiert werden. Am Standort bieten die Betreiber danach allen Kunden im Ergebnis schnelle 4G-Zugänge auf dem 800-MHz-Frequenzband - so das Versprechen.  

Eine ähnliche Kooperation zur Erschließung "grauer Flecken" hatte Vodafone bereits im vergangenen Jahr mit der Telekom geschlossen. Diese Zusammenarbeit fand aber nicht nur Zustimmung: Telekom & Vodafone gemeinsam gegen LTE-Lücken - Kartellamt skeptisch .

Unterschied zu „weißen Flecken“

Für die Erschließung bislang komplett unversorgter Gebiete („Weiße Flecken“) ziehen Telekom, Vodafone und Telefonica bereits an einem Strang: Im Herbst 2019 haben sie ein Abkommen für knapp 6.000 neue Standorte vereinbart. Mehr dazu lesen Sie hier:
Telekom, Vodafone & Telefónica: Bis zu 6000 neue Mobilfunk-Standorte . Im Gegensatz zur heute angekündigten Kooperation bei den "grauen Flecken" werden in den "weißen Flecken" nur die baulichen Infrastrukturen wie Funkmasten und Stromversorgung gemeinsam genutzt, die Sendetechnik und Antennen stellt hier jeder Betreiber aber eigenständig. Jeder Betreiber baut anteilig und gewährt den anderen Beteiligten ein Nutzungsrecht an der entstehenden passiven Netzinfrastruktur.

Deutsche Telekom, Vodafone, O2: So prüfen Sie die Netzabdeckung

Deutsche Telekom: So gut ist die Netzabdeckung

5G in Deutschland nutzen: Die Netzkarte von Vodafone

Bundesnetzagentur veröffentlicht Funkloch-Karte für Deutschland

Check: Mit diesem LTE-Sendemast sind Sie verbunden

Macwelt Marktplatz

2561994