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CD-Text à la Apple

21.09.2006 | 13:35 Uhr |

Der letzte Weg in die DRM-Freiheit ist völlig legal: iTunes ermöglicht das Brennen eines gekauften Songs bzw. eines Albums bis zu zehn Mal, wie Apple in einem neuen Support-Dokument schreibt - bislang lag das Limit bei fünf Kopien. Je nach Geschwindigkeit des CD-Brenners benötigt ein online gekauftes Album weniger als zehn Minuten, bis es als Sicherungskopie im Audio-CD-Format vorliegt. Neu ist das nicht. Auch nicht neu ist die Tatsache, dass iTunes so eine Audio-CD anstandslos wieder importiert und in eines der ungeschützten komprimierten Formate überführt - ebenfalls recht zügig, bislang aber leider ohne Titelinformationen. Doch jetzt treten zwei neue Features auf die Bühne der DRM-geplagten Walkman-Handy-Besitzer: CD-Text und CoverFlow.

CD-Text à la Apple

Nach dem ersten Test des neuen Features CD-Text ist die Entäuschung kräftig: Das, was Apple unter diesem Namen verkauft, ist ganz offensichtlich nicht die Umsetzung der gleichnamigen Erweiterung des Audio-CD-Formats - im Gegensatz zur Brennsoftware Toast und dem Mastering-Tool Jam. Die unterstützen CD-Text schon seit geraumer Zeit, von den CD-Playern im Wohnzimmer können in der Regel teurere Geräte diese Informationen auslesen und Titelnamen und den des Interpreten auf dem Display ausgeben. In wie weit dies nun auch außerhalb von iTunes, also auf CD-Text-kompatiblen Playern, angezeigt wird, konnten wir mangels entsprechender Hardware noch nicht testen. Eine so gebrannte Audio-CD aber wird auf einem anderen Computer mit iTunes 7 als "unbekannte" CD angezeigt. Wahrscheinlich ist daher, dass iTunes 7 diese Informationen gar nicht auf der CD selbst speichert, sondern in der Datei CD Info.cidb im eigenen Benutzeraccount. Auch das ist nicht neu - neu ist bloß die Tatsache, dass die entsprechenden Daten bereits beim Brennen der CD angelegt werden und so den Benutzer von der Tipparbeit entlasten. Wer mit iTunes auf diesem Weg Audio-CDs brennt - und in den erweiterten Einstellungen dieses Feature aktiviert hat - bekommt mehr, als das "echte" CD-Text eigentlich vorsieht, nämlich alle wichtigen Meta-Daten wie Album-Titel und -Interpret, Titel und Interpret der einzelnen Tracks, die eigene iTunes-Wertung, das Genre und vieles mehr. Kommerzielle CDs können über den Dienst Gracenote schon seit Langem in iTunes via Internet und die Funktion "CD-Titel abfragen" identifiziert werden. Alle Titel bekommen - meistens - ihren richtigen Namen und den Interpreten zugewiesen, das sorgt für einen sauberen, durchsuchbaren Datenbestand in der Musikbibliothek. Von dieser Warte aus betrachtet ist die nicht-standardkonforme Umsetzung von CD-Text in iTunes verschmerzlich.

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