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Street-View-Autos haben MAC-Adressen von PCs und Smartphones erfasst

25.07.2011 | 14:20 Uhr |

Die Kamera-Autos von Google haben nicht nur versehentlich WLAN-Traffic mitgeschnitten, sondern auch die Hardware-Adressen von Millionen Rechnern und Mobiltelefonen in Funknetzen.

Street View verpixelt
Vergr├Â├čern Street View verpixelt

Das berichtet der US-Branchendienst "CNET" unter Berufung auf die franz├Âsische Datenschutzbeh├Ârde CNIL, an die Google im M├Ąrz dieses Jahres bereits 100.000 Euro Strafe zahlen musste.

Die MAC-Adressen der Ger├Ąte fanden sich anschlie├čend in der Geolocation-Datenbank von Google und waren bis Ende Juni via API f├╝r jedermann ├Âffentlich abrufbar. Die Eingabe eine bekannten solchen Hardware-ID zeigte den Aufenthaltsort des jeweiligen Ger├Ąts an und konnte somit personenbezogene Daten wie die Privat- und B├╝roadresse oder die besuchter Restaurants preisgeben.

"CNET" hatte bereits Mitte Juni ├╝ber Forschungsergebnisse des Sicherheitsexperten Ashkan Soltani berichtet, der als Erster MAC-Adressen in der Ortsdatenbank von Google entdeckt und kritisiert hatte, dass man nicht via Opt-out deren Erfassung widersprechen kann.

MAC-Adressen bestimmter Ger├Ąte sind allerdings nicht ohne Weiteres herauszufinden, da sie generell nicht in Internet-Paketen ├╝bertragen werden. Innerhalb der Funknetz-Reichweite kann man sie allerdings auslesen und dann beispielsweise relativ leicht nach Ger├Ąteherstellern sortieren. Und wer zum Beispiel eifers├╝chtig seine Freundin ├╝berwachen will, bekommt die MAC-Adresse von deren iPhone in den allgemeinen Einstellungen des Ger├Ąts angezeigt (falls er das Ger├Ąt denn unbeaufsichtigt in die Finger bekommt).

Google hat bislang nicht zu den aktuellen Vorw├╝rfen einer zumindest in der Vergangenheit systematischen (ob absichtlich oder versehentlich sei dahingestellt) Erfassung von MAC-Adressen - mittlerweile "crowdsourct" der Konzern seine Location-Datenbank an Android-Freiwillige - Stellung genommen.

Marc Rotenberg vom EPIC in Washington jedenfalls bezweifelt, dass es rechtens ist, die Hardware-Adressen von Ger├Ąten in Wi-Fi-Netzen zu erfassen. "Die Tatsache, dass andere Firmen wie Skyhook [von dieser bezog Apple fr├╝her seine Ortsdaten, Anm. d. Red.] so etwas ebenfalls gemacht haben, was Googles beste Verteidigung zu sein scheint, macht es noch lange nicht legal", so Rotenberg. "Es sieht aus, als g├Ąbe es bei Street View noch mehr zu untersuchen."

In den USA hatte die Federal Trade Commission (FTC) ihre Untersuchung der versehentlich von Google bei der Street-View-Kartografierung erfassten Daten ohne Strafe im Oktober vergangenen Jahres eingestellt.

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