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Catalina-Probleme: Warum Avid, Steinberg, Adobe und Co. abraten

10.10.2019 | 15:19 Uhr | Stephan Wiesend

Vor allem für Profi-Anwender aus den Bereichen Audio und Video ist Catalina noch wenig zu empfehlen, zu viele Software und Treiber-Probleme sind noch ungelöst.

Für einen Heim- oder Büroanwender ist Catalina bereits gut nutzbar, für Profis aus dem Video- und Audio-Bereich gibt es aber noch einige Probleme zu lösen. Schuld ist vor allem Apples Wechsel zu 64-Bit-Apps und gestiegene Sicherheitsanforderungen wie die Notarisierung von Apps. Oft ist es nämlich so, dass die Hauptprogramme selbst wie Live oder Photoshop schon mit Catalina kompatibel sind, es sind aber alte Erweiterungen und Treiber, die noch Probleme verursachen. Viele Hersteller wie Avid und Steinberg raten deshalb noch von Catalina ab. Einige Probleme kann es aber auch mit Druckern und anderer Peripherie geben, zumindest bei Zusatzfunktionen: Muss doch jedes Mini-Tool aktualisiert werden. Wir haben eine erste Übersicht mit Software- und Hardware-Problemen erstellt.

Software

Adobe: Adobe rät von der Nutzung von Photoshop unter Catalina ab , offenbar gibt es noch Kompatibilitätsprobleme - auch mit Lightroom Classic. Probleme gibt es unter anderem mit Photoshop-Plug-ins - aber auch mit Droplets, die mit einer 32-Bit-Version erstellt wurden. Laut ersten Nutzerberichten scheint es auch bei Premiere zu Stabilitätsproblemen zu kommen.

Avid: macOS Catalina wird nicht unterstützt, betroffen sind Media Composer, Pro Tools, Sibelius, Avid NEXIS, Media Composer First, Media Composer Ultimate, Pro Tools Ultimate, Sibelius First, Sibelius Ultimate, Media Composer Enterpris. Über den Status wird Avid bald mehr berichten. 

Blackmagic : Software wie Davinci Resolve funktioniert unter Catalina. Allerdings sollten Profi-Anwender besser vorerst auf Catalina verzichten, da viele Plug-ins und auch Codecs noch nicht für Catalina aktualisiert wurden .

Drag Thing: Die Produktivitätssoftware Drag Thing basiert noch auf der Schnittstelle Carbon, die Catalina nicht mehr verwendet. Unter Catalina unterstützt der Hersteller die Software deshalb nicht mehr.

Sony : Die Software Play Memories Home, mit der man Fotos und Sony-Kameras verwaltet, läuft unter Catalina nicht mehr. Allerdings soll die Software offenbar ohnehin von der neuen Software Imaging Edge abgelöst werden.

Drucker

Catalina setzt auch bei einem Druckertreiber eine 64-Bit-Version voraus, was längst noch nicht alle Hersteller unterstützen. Ein Problem sind dabei auch Zusatz-Tools wie Scanner-Apps. Dabei muss man zwischen den von Apple bereitgestellten Druckertreibern und denen der Hersteller unterscheiden, stellt doch Apple für viele Drucker eigene Treiber zur Verfügung – allerdings ohne Zusatztools.

Brother: Viele Modelle von Brother sind mit Catalina kompatibel, allerdings stehen bestimmte Funktionen wie Scannen nicht mehr zur Verfügung, ebenso Remote Setup und Control Center. Statt Control Center soll man zu iPrint & Scan greifen.

Canon: Treiber für Catalina gibt es von Apple für neuere Canon-Drucker. Seltsam: Über eine Supportseite von Canon kann man zwar bereits Catalina als Betriebssystem auswählen , allerdings sind nach unserem ersten Eindruck oft noch keine Druckertreiber hinterlegt. Man findet auch den Hinweis: „Canon hat noch nicht festgelegt, ob dieses Produkt mit dem ausgewählten Betriebssystem kompatibel ist. Zukünftige Updates finden Sie auf dieser Website“

Fujitsu: Die Software ScanSnap wurde duch die neuere Software ScanSnap Home ersetzt, die nur neuere Geräte unterstützt. Alte Modelle laufen deshalb nicht mehr unter Catalina.

Epson: Unter Catalina muss man Epson Scan oder Epson Scan 2 aktualisieren oder neu installieren. Alternativ kann man auch den ICA Scanner Treiber für sein Gerät landen und Scans mit Image Capture durchführen.

HP: Auch bei HP-Druckern sind weniger das Drucken als Zusatztools ein Problem, etwas die Scannersoftware. Aktuelle Software und Treiber werden aber über die jeweiligen Produktseiten bereitgestellt – etwa ein 64-Bit-Druckertreiber.

Audio-Software

Große Probleme haben vor allem Hersteller von Audio-Software. Das liegt aber weniger an den Hauptprogrammen, sondern an den zahllosen Plug-ins und Treibern. Hier werden Apples neue Sicherheitsfunktionen wie Notarisierung zum Problem , da wirklich jedes Plug-in eine gültige Signierung benötigt. Nutzer sehen sonst reihenweise die unterschiedlichsten Fehlermeldungen.

iZotope : Auch die Software und Plug-ins vieler Audiosoftware-Hersteller sind noch nicht kompatibel . Dazu gehört etwa der Hersteller iZotope, der empfiehlt bei Mojave zu bleiben.

Waves : Auch der Hersteller Waves kann noch keine Kompatibilität seiner Plug-ins und Apps ankündigen, macOS 10.14 oder älter lautet die Empfehlung .

Ableton : Eigentlich ist Live 10.1.2 von Ableton bereits voll mit Catalina kompatibel – allerdings empfiehlt auch Ableton auf ein Update zu verzichten, bis alle Plug-ins, Hardwaretreiber und andere Programme offiziell unterstützt werden. Live 9 startet unter Catalina nicht.

Presonus :  Studio One 4.5.3 und Notion 6.5.470 wird Catalina unterstützen , allerdings gibt es noch Problem mit Erweiterungen etwa mit der Installation von iZotopes Neutron Elements, Klanghelm und anderen Plug-ins.

Steinberg: Laut Steinberg gibt es aktuell noch Probleme mit der Lizenzierungssoftware Soft-eLicenser und Dorico. Nutzer von Steinberg-Software sollten deshalb auf Catalina vorerst verzichten, nähere Informationen gibt es Ende Oktober.

DJs: Rekordbox, Traktor, Serator DJ Pro und andere

Ein großes Problem bei DJ-Programmen wie Traktor und Rekordbox hat die Einstellung von iTunes verursacht. Statt einer XML-Datei, die bei iTunes eine Art Katalog der Musikdatei bereitstellt, nutzt die neue Musik-App nämlich ein komplett neues Library-Format. Intern nutzten DJ-Apps aber oft iTunes-Bibliotheken via XML, um große Musiksammlungen verwalten zu können.

Serato: Erste Betaversionen gibt es von Serato für DJ Pro , aktuell empfiehlt Serato aber auf ein Update zu verzichten  – und erklärt, wie man die permanente Benachrichtigung über das Catalina-Update entfernt.

NI : Auch Native Instruments warnt ausdrücklich vor Catalina „Wir führen derzeit systematische Tests durch, um die vollständige Kompatibilität so bald wie möglich nach der offiziellen Veröffentlichung zu gewährleisten.“ Komplizierter wird es aber offenbar bei älteren NI-Geräten, die schon ab 10.12 nicht mehr offiziell unterstützt wurden.

Rekordbox : Wenig Informationen gibt Rekordbox , mehr Informationen sollen aber Ende Oktober veröffentlicht werden.

Hardware

M-Audio : M-Audio testet nach eigenen Angaben schon seit dem Erscheinen der ersten Betas ihre Hardware, eine volle Liste der Kompatibiltät gibt es aber noch nicht.

EyeTV : Die Software EyeTV 3 für die TV-Adapter von Geniatech läuft als 32-Bit-Anwendung nicht mehr unter Catalina. Es gibt aber bereits eine Betaversion von EyeTV 4 - die allerdings wohl noch Stabilitätsprobleme hat und wohl nicht so bald erscheinen wird.

IK Multimedia : Von Catalina wird voerst abgeraten . Eine Seite listet auf, welche Geräte kompatibel sind und welche nicht.

eGPU : Catalina unterstützt wie Mojave weiterhin eGPUs, offensichtlich wurde die Unterstützung aber etwas verbessert. Neu für den Mac Mini 2018 ist etwa die Unterstützung für einen Boot-Screen : Das ist etwa hilfreich, wenn man beim Systemstart zwischen mehreren Startvolumes wählen will.

RME : Laut RME sind viele Interfaces bereits mit Catalina kompatibel, dazu gehören Babyface Pro, Digiface AVB, Digiface Dante, Digiface USB, Fireface 802, Fireface UC, Fireface UCX, Fireface UFX II, Fireface UFX+, MADIface Pro, MADIface USB und das MADIface XT. Für weitere Geräte gibt es bereits Beta-Treiber.

Drobo : Probleme mit den Speichergeräten Drobo 5 und Drobo 8 meldet Drobo, offenbar sorgt Catalina für Probleme mit Verbindungen per Thunderbolt 3.

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