2435596

Cellebrite: Entsperr-Tool knackt jetzt auch iOS-12.3-Geräte

17.06.2019 | 14:37 Uhr | Stephan Wiesend

Die für Straverfolgungsbehördern gedachte Software aus Israel kann laut Cellebrite jetzt auch iPhones mit iOS 12.3 entsperren.

Um Behörden und Strafverfolgungsbehörden das Entsperren von Smartphones zu ermöglichen, bieten gleich mehrere Softwarefirmen ihre Dienste an – bis vor einigen Jahren war über sie aber wenig bekannt. Viel Aufmerksamkeit erregte allerdings vor einiger Zeit die Firma Greyshift mit ihrer Hardware-Lösung GrayKey , die das besonders einfache Entsperren aktueller iPhones ermöglichte. Ein starker neuer Konkurrent für die Firma Cellebrite, die ihre so genannte Forensik-Lösung UFED an Behörden wie FBI und Zoll verkauft – ebenfalls in Form eines Hardware-Gerätes, das man per USB an ein iPhone anschließt.

Aktuell scheint nun wieder Cellebrite die Nase vorn zu haben: Laut einer Pressemitteilung ist ihre aktuelle Version UFED Premium nicht nur in der Lage, aktuelle Android-Phones wie Galaxy S9 zu entsperren, sondern erstmals auch iPhones mit aktuellen Systemen. Apple-Smartphones bis iOS 12.3 werden erstmals unterstützt, so die Firma aus Israel. Nach dem Entsperren soll das komplette Auslesen des Systems und der Daten möglich sein. Spezielle Algorithmen sollen dabei die Zahl der Entsperrversuche minimieren – weitere Angaben erhalten nur Kunden des Unternehmens.

Speziell als Schutz gegen Lösungen wie die von Greyshift hatte Apple mit iOS 12 eigentlich neue Sicherheitsfunktionen eingeführt , die den Zugriff per USB erschweren sollen – anscheinend hat Cellebrite aber hier eine Lücke gefunden. Der Cellebrite-Konkurrent Greyshift arbeitet laut Forbes bereits ebenfalls an einer Lösung für aktuelle iPhones, kann aktuell aber offenbar seinen Kunden nur noch das Entsperren älterer iPhones anbieten.

Schon seit Jahren gibt es ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Apple und Firmen wie Cellebrite, um Apples iPhones zu knacken. Dabei haben abwechselnd die Firmen und Apple einen Vorsprung:  Die Firmen nutzen für ihre Tools noch nicht von Apple korrigierte Sicherheitslücken in iOS und können so oft auch Geräte mit aktuellem System erfolgreich entsperren – bis Apple diese Sicherheitslücken durch ein Sicherheitsupdate schließt. Die Firmen halten sich dabei an gültige Gesetze und versprechen, ihre Software nur an Behörden abzugeben. In Sicherheitskreisen ist das Vorgehen der Firmen allerdings nicht unumstritten, da diese „geheimen“ Sicherheitslücken theoretisch auch Dritten offenstehen – bis Apple sie korrigiert hat. Sicherheitsspezialisten sind laut "Wired" außerdem überrascht, wie offen Cellebrite mittlerweile seine Lösungen vorstellt –  etwa auf Twitter .

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Macwelt Marktplatz

2435596