2460960

China geht gegen NBA und Apple vor

10.10.2019 | 10:32 Uhr | Peter Müller

Wer sich öffentlich für die Proteste in Hongkong ausspricht, bekommt die Staatsmacht von China zu spüren.

Warnung: Wer Geschäfte in China machen will, muss sich offenbar dem dortigen Regime beugen und nicht nur den Gesetzen des Landes gehorchen. Diese Erfahrung macht derzeit die Profibasketballliga NBA, deren Vorsitzender Adam Silver in einem Tweet die Protestbewegung in Hongkong unterstützte. Mehrere geplante Events zur Vermarktung der Liga wurden daher in China abgesagt. Das Sprachrohr der Partei, die Zeitung "People's Daily" hat nun eine  klare Warnung auch an Apple geschickt, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet .

Ein Editorial habe Apple dafür kritisiert, nach einer ursprünglichen Zurückweisung nun doch die App HKmap.live in den App Store gelassen zu haben, über der sich Demonstranten über Aktionen der Protestler und der Polizei in Echtzeit informieren können. Diese Freigabe helfe offensichtlich den "Randalierern" heißt es in dem Artikel, Apple wolle wohl zu deren Komplizen werden. Apple hat übrigens kurz danach die App wieder aus dem App Store entfernt. Als Begründung hat eine Apple Sprecherin gegenüber dem NBC-Journalisten Übergriffe auf die Polizei genannt.

Die Karten-Anwendung sei sogar nur die Spitze des Eisbergs, ein Song, der die Demonstrationen unterstütze, sei ebenso im Music Store erschienen. Natürlich wolle man Apple keine Einmischung unterstellen, doch gewännen die Leute immer mehr den Eindruck, dass Cupertino Politik mit Geschäft vermische.

Stimmt ja wohl auch, nachdem Apple aus seiner Emoji-Tastatur in Hongkong die Flagge Taiwans entfernt hat, was als Beschwichtigungsgeste gedacht sein könnte. Im Zweifel wird Apple wie auch allen anderen westlichen Unternehmen das Business in China wichtiger sein als die Einhaltung von Menschenrechten.

Macwelt Marktplatz

2460960