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Chinesische Zulieferer wollen Apple nicht in die USA folgen

29.12.2016 | 09:22 Uhr |

Falls Apple einen Teil seiner Produktion in die USA verlagern sollte, werden etliche bewährte Zulieferbetriebe aus China nicht mitgehen.

Der designierte US-Präsident Donald Trump fordert von US-Unternehmen wie Apple, dass sie ihre ins Ausland verlagerte Produktion in die USA zurückholen. Um in den USA neue Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenzug lockt Trump die Konzerne mit niedrigeren Steuern.

Trump traf sich deshalb vor einiger Zeit mit den Chefs führender US-IT-Unternehmen, damit diese neue Arbeitsplätze in den USA schaffen. Auch Apple-CEO Tim Cook war bei dem Treffen anwesend. Apple berechnet bereits die Kosten für eine teilweise Verlegung der Produktion von China in die USA. Zumindest das taiwanische Unternehmen Foxconn prüft anscheinend ernsthaft diese Verlagerungspläne, während Pegatron, das ebenfalls für Apple Geräte produziert, eine Verlagerung bereits abgelehnt hat. Auch Pegatron hat seinen Sitz in Taiwan und benutzt China zumindest teilweise als Werkbank.

Der taiwanische IT-Nachrichtendienst Digitimes berichtet jetzt, dass die meisten chinesischen Zulieferbetriebe Apple bei einer Verlagerung der Produktion in die USA nicht folgen wollen. Da die Lohn- und Betriebskosten in den USA zu hoch seien. Zudem fürchten die Zulieferer zusätzliche Kosten durch die strengeren Umweltschutzauflagen in den USA.

So äußerte sich zum Beispiel das chinesische Unternehmen Lens Technology, das Abdeckglas für das Display des iPhones liefert. Obwohl es in den USA viele Arbeitskräfte gebe und dort sowohl die Grundstückpreise als auch die Energiekosten niedriger als in den dichtbesiedelten Regionen in China seien.

Lens Technology beschäftigt 70.000 Arbeiter, die zudem alle jünger als 45 Jahre sind. Lens Technology fürchtet einfach die hohen Lohnkosten. Außerdem seien US-Arbeitskräfte bei den Arbeitszeiten unflexibler als chinesische Arbeiter. Im Klartext heißt das: In China müssen die Menschen viel länger schuften und es wird weniger auf die Gesundheit der Arbeiter geachtet. Bei Foxconn gab es wegen der harten Arbeitsbedingungen immer wieder Proteste und auch Selbstmorde.

Ein anderer, namentlich nicht genannter Zulieferer aus der chinesischen Region Shenzhen ergänzte noch, dass in China eben die komplette Lieferkette für die Smartphone-Produktion bereits vorhanden und voll funktionsfähig sei. Die Zulieferer in Südchina könnten rasch und flexibel auf sich kurzfristig ändernde Anforderungen reagieren.


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