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Comdex Fall - die Zeiten als reine PC-Messe sind vorbei

24.11.2000 | 00:00 Uhr |

Die Comdex etabliert sich endgültig als Mac-relevante Messe, auch ohne Anwesenheit Apples. Macwelt hat sich umgesehen.

Die diesjährige Comdex in Las Vegas, die vergangenen Freitag zu Ende gegangen ist, hat endgültig gezeigt, dass die ursprünglich reine PC-Messe auch ohne direkte Beteiligung von Apple ein wichtiges Highlight des Mac-Messejahres ist. Die offiziellen Schwerpunktthemen PDAs und kabellose Netzwerke mussten sich schon bei Messebeginn von einem heftigen Disput zwischen den Keynote-Sprechern Bill Gates und Steve Ballmer (Microsoft) sowie Larry Ellison (Oracle) die Show stehlen lassen.

Schlagabtausch zum Thema Internet-PC

Bill Gates präsentierte Microsofts .Net-Pläne, nach denen Desktop-PCs auch im Internet-Zeitalter ein eigenes Betriebssystem samt eigener Standardsoftware benötigen und nur spezielle Anwendungen aus dem Internet ziehen. , die Aufmerksamkeit der Zuschauer richtete sich jedoch auf den zu Demonstrationszwecken eingesetzten Tablet PC . Larry Ellison verteidigte engagiert wie üblich seine Theorie, die Zukunft der Software liege in übers Internet verteilten Anwendungen und warnte Microsoft " You're considered a dead company if you write applications for the PC."

Info: :www.macweek.com

Stühlerücken bei Herstellern von Grafikkarten

Den nächsten Knall gab es bei den Herstellern von Grafik-Chips. Neben diversen Neuvorstellungen, sorgte vor allem die Nachricht von 3dfx , man ziehe sich aus dem Geschäft zurück, für Aufregung (Macwelt-Online berichtete). Während ATI seine neue Radeon zeigte, die nicht nur in der Mac-Version (siehe Macwelt 12/2000) die Konkurrenz deutlich abhängt, kündigte Nvidia an, ATI künftig das Geschäft bei Grafikchips für portable Rechner streitig machen zu wollen, erstes Produkt dazu ist der GeForce2Go.


Info :www.ati.com , :www.nvidia.com , :www.3dfx.com

Digitale Bilder - die Zukunft des Internet

Spannend auch, was die Branche zum Thema Digitalkameras zu bieten hat. Daniel A. Carp, Geschäftsführer von Eastman Kodak zeichnete während der Messe ein Bild des Internet, in dem die Bereiche Foto und digitale Bildbearbeitung zu einem 225 Millionen US-Dollar schweren Wirtschaftszweig wachsen sollen. Mit neuen Produkten wie einer kabellosen Kamera, einer 3D-Bildbearbeitung sowie einer neuen Display-Technologie die mit Organischen Licht-emittierenden Dioden arbeitet und laut Carp eine bessere Darstellung bei niedrigerem Stromverbrauch bietet, sieht sich Kodak für diese Zukunft bestens gerüstet. Außerdem kündigte Carp eine erste 16-Megapixel-Kamera an. Die Proback werde so fein auflösen, versprach der Kodak-Boss in seiner Keynote-Rede, dass man damit Ausdrucke in 2,5 x 3,5 Meter ohne sichtbare Pixel erzeugen könne. Es ist davon auszugehen, dass das Gerät - ähnlich wie die bisherigen Highend-Kameras des Herstellers - als Rückwand einer Nikon-Spiegelreflexkamera mit hochwertigen Wechseloptiken realisiert wird.
In Richtung Internet scheint man auch bei Ricoh zu denken. Die Firma setzt mit der RDC-i700, die einen integrierten Webbrowser und eine PC-Schnittstelle zum Anschluss eines Handys, Modems oder ins Netzwerk aufweist, ihre Vorstellung einer Internet-Kamera um. Die 3,3 Megapixel-Kamera soll im April zu einem Preis von 1400 US-Dollar auf den Markt kommen. Weitere Neuvorstellungen waren die Sanyo IDC-1000Z, eine Kombination aus Studio- und Videokamera mit USB- und Firewire-Schnittstellen sowie Sonys Cybershot DSC-PI. Die besonders leichte 3,3-Megapixelkamera läuft mit wieder aufladbaren Lithium-Batterien und kann zehn Aufnahmen so hintereinander schießen, dass sie sich zu einem animierten Clip im GIF-Format zusammensetzen lassen.

Info: :www.kodak.com , :www.ricoh.com , :www.sanyo.com , :www.sony.com

Massenspeicher in allen Formen

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft präsentierten Iomega und LG Electronics neue CD-Brenner, letztere sogar ein Kombigerät für CDs und DVDs . Der wachsenden Bedeutung portabler Speichermedien im Flash-Memory-Format tragen Smart Disk und Microtech Rechnung. Smart Disk setzt mit seinen Vektor Flash Memory Readers (bitte auf News verlinken) auf die USB-Schnittstelle, Microtech bietet seine 89 und 129 US-Dollar teuren Camera-Mate-Adapter für USB und Firewire an. Letzterer liest wie die Vektory-Reader Compact-Flash-Karten von Typ I und II sowie IBMs Microdrive-Format.

Info: :www.iomage.com , :www.smartdisk.com , :www.microtechint.com .

USB-2,0-Peripherie

Orange Micro nutzte die Comdex nicht nur zu einem kleinen Werbefeldzug für USB 2.0, sondern stellte auch erste Peripherie-Geräte für diesen Standard vor. So lange Apple sich hinsichtlich USB 2.0 weiter bedeckt hält, rüsten die Peripherie-Hersteller nur zögerlich auf den USB-Nachfolger um. Iomega und QPS kündigten immerhin für die Macworld-Expo in San Francisco USB-2.0-kompatible CD-Brenner an.

Info: :www.orangemicro.com

Software auf der Comdex

Neben einigen echten Macintosh-Software-Premieren (siehe auch "Bildbearbeitungen für Einsteiger und Profis") poppte das Thema Linux immer wieder auf. Nicht nur, weil Corel, nachdem die Firma vor genau einem Jahr auf der Comdex quasi ihren Linux-Einstand gefeierthatte, diese Sparte offenbar wieder loswerden will, sondern weil Suse Linux 7.0 für Power PC zur Comdex präsentierte. Dieses Update besteht aus einem dicken Handbuch, mehr als 1000 Programmen und einem 60-Tage-gültigen Anspruch auf Support. Linux 7.0 läuft nicht nur auf Power Macs, sondern unterstützt IBMs Prozessoren RS/6000 Power 3 und RS/6000, sowie Motorolas Prep-Prozessor. Bestandteil sind neben der aktuellen Version 1.1.2 des KDE-Interface auch KDE 2.0 Beta sowie Suses Mac on Linux. Der überarbeitete Installer soll bekannte Mac-Hardware erkennen und automatisch die entsprechenden Treiber aufspielen. Außerdem unterstützt Linux 7.0 die Grafikkarte ATI Rage 128, die Apple in die meisten blau-weißen Power Macs G3 eingebaut hat.
Info :www.corel.com , :www.suse.com

Marlene Buschbeck-Idlachemi, unter Verwendung der Comdex-Berichterstattung von :Macweek und :Computerwoche .

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