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Condé-Nast-CEO skeptisch gegenüber Apple News+

20.11.2019 | 09:31 Uhr | Peter Müller

Apple News+ als Zeitschriftenabo ist zunächst sehr gut gestartet, doch seitdem stagnieren die Abonnentenzahlen.

Ungewiss: Apple News+ war im März mit großen Erwartungen in den USA und Kanada gestartet und ist mittlerweile in Großbritannien und Australien angekommen. Der Rest der Welt muss sich auf das Zeitungs- und Zeitschriftenabo noch gedulden, wenn es Apple überhaupt noch ausdehnt. Denn der Erfolg ist recht ungewiss. Laut Zahlen von CNBC habe Apple zwar innerhalb der ersten 48 Stunden nach dem Start 200.000 Abonnenten gewinnen können, seither würden die Zahlen aber stagnieren.

Auf der Code-Media-Konferenz von Recode hat sich nun der neue Chef des Großverlags Condé Nast Roger Lynch zu dem neuen Service geäußert und ein wenig Skepsis gezeigt. Er hoffe ja, dass Apple News+ erfolgreich sei, ob es aber den Verlegern einen Vorteil bringe, sei noch nicht heraus. Man beobachte die Sache jedoch genau: Die Jury sei aufgestellt.

Über die Bedingungen, die Condé Nast von Apple eingeräumt bekommen hat, sprach Lynch nicht, deutete aber an, dass man Optionen habe und den Service zur Not auch wieder verlassen könnte. Apple verlangt für seine Zeitschriften-Flatrate zehn US-Dollar im Monat, gekaufte Ausgaben lassen sich im Familienverbund teilen, sodass bis zu sechs Personen für den Preis Zugriff auf hunderte von Titeln haben die sich die Einnahmen abzüglich Apples Gebühren teilen müssen.

So wundert es wenig, dass Zeitungen wie die "New York Times" oder die "Washington Post" sich nicht an Apple News+ beteiligten, da sie eigene durchaus erfolgreiche digitale Abo-Modelle auf dem Markt haben – und lieber jeweils für sich in der Größenordnung von zehn US-Dollar im Monat von jedem Leser einnehmen. Apple wirft hingegen die immense Reichweite in die Waagschale, potentiell könnte man mit dem Service weltweit eine Milliarde Menschen ansprechen. Auch wenn der Dienst bisher nur auf den englischen und den franko-kanadischen Sprachraum begrenzt ist, sind die bisher kolportierten Zahlen eher kümmerlich.

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