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Cook erklärt sich zu Treffen mit Trump

20.12.2016 | 11:00 Uhr |

Reden hilft, egal mit wem: In einem internen Memo erklärt Apple-CEO Tim Cook, warum er sich letzte Woche mit Donald Trump getroffen hat.

Update vom 20. Dezember: Bekannt ist, dass Apples Philosophie der des gewählten Präsidenten Donald Trump in vielen Punkten wie Privatsphäre, Gleichberechtigung und Umweltschutz diametral gegenüber steht. Bekannt ist aber auch, dass Apple-CEO Tim Cook letzte Woche an einem Treffen von Top-Managern der IT-Industrie mit Trump in dessen New Yorker Hauptquartier teilnahm (siehe Bericht weiter unten). Wie das zusammen passt, erklärt Cook seinen Mitarbeitern in einer Frage-und-Antwort-Session, die Apple auf seiner internen Website veröffentlicht hat . Ohne konkret Trump und sein Programm zu kritisieren, schreibt Cook, dass Apple mit Regierungen verhandeln müsse, um seine Interessen zu bekunden und Dinge in seinem Sinne voranzutreiben, egal, ob man den Mächtigen zustimme oder ihnen widerspreche. Ob es sich nun um die USA, die EU, China oder andere Weltregionen und Länder handle, Apple engagiere sich. Denn Regierungen hätten die Macht, mit ihrer Politik Apples Geschicke in "positiver und auch in nicht so positiver Weise" zu beeinflussen. In seinem Posting betonte Cook bewusst Apples Werte wie Privatheit und Datensicherheit, Bildung, Menschenrechte für jedermann und der Ausweitung derer Definition. Apple werde zudem weiterhin gegen den Klimawandel ankämpfen und seinen Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen schöpfen. Selbst wenn Washington den Einfluss des Menschen auf die Erderwärmung leugnet.

Stand vom 15. Dezember: Der künftige US-Präsident Donald Trump hat für den Mittwoch eine Reihe von Silicon-Valley-Größen zu einer Besprechung in sein Hauptquartier in New York eingeladen. Im illustren Kreis vertreten waren neben Apple-CEO Tim Cook auch der Alphabet-Chef Larry Page, Cisco-CEO Chuck Robbins und der Co-CEO von Oracle Safra Catz, Elon Musk - Gründer von PayPal, Tesla und Space X – und von Facebook die COO Sheryl Sandberg. Ebenso waren die Chefs von Intel, Microsoft, Amazon, IBM eingeladen - letztere haben ihren Hauptsitz außerhalb Kaliforniens.

Silicon Valley stand Trumps Tiraden aus dem Wahlkampf bisher skeptisch gegenüber, Apple sah sich gar im Frühjahr einem Boykott-Aufruf des Kandidaten ausgesetzt und der kaum erfüllbaren Forderung, die Produktion in die USA zu verlagern. Der Cisco-CEO Safra Catz klang indes laut Walll Street Journal im Vorfeld des Gipfeltreffens vorsichtig optimistisch: "Ich habe vor, dem künftigen Präsidenten zu sagen, dass wir bei ihm sind und ihm in jeder Weise helfen wollen. Falls er das Steuersystem reformieren könne, Regularien reduziere und bessere Handelsverträge abschließe, wird die Technologie-Industrie der USA stärker und wettbewerbsfähiger denn je."

Bei dem Meeting im Trump-Tower hat der designierte US-Präsident versucht, die CEOs und COOs der Technikunternehmen auf seine Seite zu ziehen. Ergebnisse der Gespräche sind bisher keine bekannt, vor Kameras sagte Trump jedoch einleitend, er ermutige die Firmen, mit ihrer "unglaublichen Innovation fortzufahren" und versprach, stets für die Unternehmen da sein: "Rufen Sie mich einfach an".  Ziel seiner Außen- und Wirtschaftspolitik ihnen bessere Chancen geben wollen, mehr Produkte zu verkaufen. Die Tech-CEOs rief er dazu auf, ihre Ideen beizusteuern, wie man den grenzüberschreitenden Handel verbessern können, denn es gebe an den Grenzen "jede Menge Probleme". Dabei hätte das Silicon Valley womöglich weniger Probleme als andere Industrien.

Trump ist dem Freihandel gegenüber skeptisch, seine Ansichten zum Protektionismus der Ökonomie sind für das Silicon Valley ebenso nicht ungefährlich. Tech-Firmen haben auch ein Problem mit der restriktiven Migrationspolitik, gerade das Silicon Vallley zieht alljährliche Immigranten aus aller Herren Länder an und hat auch starkes Interesse, gut ausgebildete Nicht-US-Bürger im Land und in ihren Beschäftigungsverhältnissen zu lassen.

Interessantes Detail am Rande: Twitter-CEO Jack Dorsey war nicht eingeladen, das Unternehmen, dessen Dienste sich Trump exzessiv bedient, sei "nicht groß genug". Facebooks COO Sheryl Sandberg ging zuversichtlich in die Runde: "Ich bin sehr aufgeregt, über Jobs zu sprechen."

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