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Cook in Irland: Neue globale Steuern, Vorsorge und AR

21.01.2020 | 10:04 Uhr | Peter Müller

In seiner Rede in Irland hat Tim Cook mehrere große Themen angesprochen. Vor allem ein neues Steuersystem weltweit sei gefordert.

Nicht nur Apple steht in der Kritik, seine Umsätze und Gewinne global so zu verschieben, dass Steuern praktisch nur in Ländern anfallen, die niedrige Abgaben erheben oder gar Ausnahmen machen wie die Republik Irland. Aber eben just in Dublin, wo Tim Cook für Apples jahrzehntelanges Engagement auf der Insel gestern geehrt wurde, sprach sich der Apple CEO für ein neues und gerechteres Steuersystem aus. Die OECD erarbeitet gerade Vorschläge, wie international agierende Firmen, die des Big Tech besser besteuert werden könnten,Tim Cook unterstützt laut Nachrichtenagentur Reuters das Vorhaben: "Ich denke, es weiß natürlich jeder, dass das Steuersystem überarbeitet werden muss. Ich wäre sicherlich der letzte, der sagen würde, dass das gegenwärtige oder das vergangene System das perfekte ist und war. Ich bin hoffnungsvoll und optimistisch, dass die OECD etwas finden wird". Cook begrüßt bestehende Regulierung auch in Sachen Datenschutz. Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO oder international GDPR genannt) habe Apple mit als erstes angenommen, Regulierung sei aber vonnöten, da sich Firmen kaum freiwillig an derartige Verpflichtungen halten würden.

Mehr Gesundheitsvorsorge mit neuen Sensoren

Bei der Veranstaltung in Dublin gab Tim Cook auch noch einige Hinweise, in welche Richtung man die Apple Watch weiter entwickeln wolle. Das Ziel sei, die Uhr besser zur Gesundheitsvorsorge einzusetzen, die EKG-Funktion der Apple Watch Series 4 und 5 sei hier nur der erste Schritt gewesen. An der Schnittstelle zwischen Unterhaltungselektronik und Gesundheitswesen sei noch viel zu entdecken, die Leute kämen mit entsprechender Technologie meist erst dann in Kontakt, wenn sie bereits ernsthaft erkrankt wären, erklärte Cook, ohne weiter auf neue Sensoren und Funktionen einzugehen. Den Blutdruck etwa kann man aber mit spektroskopischen Methoden vermessen, es gibt dazu seit 2012 ein entsprechendes Patent . Apple selbst hat 2018 eines über ein Blutdruckmesssystem in einem Armband beantragt . So wäre etwa eine permanente Überwachung von Systole und Diastole im Alltag denkbar, die weit sinnvollere Ergebnisse liefern könnte, als eine 24-Stunden-Blutdruckmessung mit nerviger Manschette. Doch blieb Cook nur allgemein in seinen Aussagen: "Ich denke, dass man mit dieser einfachen Idee, präventive Diagnostik zu haben, noch viel mehr Bereiche finden kann, in denen sich die Technologie mit der Gesundheitsfürsorge überschneidet, und ich denke, unser aller Leben wäre wahrscheinlich besser dran". Nicht zuletzt würde das auch die Kosten für das Gesundheitswesen senken.

AR ist eine große Sache

Was aber Tim Cook generell hinsichtlich der Entwicklung von Technologie hält, fragte ihn auf der Veranstaltung zur Verleihung des  Special Recognition Award der CEO der irischen Finanzagentur IDA Ireland, Martin Shanahan. Cook verwies nicht überraschend auf Augmented Reality, AR: Er sei davon sehr begeistert und glaube, dass es sich hier um die nächste große Sache für die kommenden fünf bis zehn Jahre handeln werde. AR werde aller Leben komplett durchdringe, prognostiziert Cook. Er habe gerade erst in Irland das Entwicklerstudio War Ducks besucht, in dem 15 Leute an AR für Spiele arbeiten. Doch sei die Technologie noch in vielen anderen Bereichen denkbar. Man stelle sich nur vor, man spreche über einen Gegenstand, könne ihn sich per AR aber in das Gesichtsfeld holen und ihn von allen Seiten betrachten.

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