2488357

Corona-Virus kostet Apple satte 25 Milliarden US-Dollar

19.02.2020 | 12:29 Uhr | Peter Müller

Der Ausbruch des neuen Corona-Virus in China könnte den Abschwung der globalen Ökonomie beschleunigen. Apple ist nur ein Indikator.

Die Apple-Aktie gerät nach der gestrigen Umsatzwarnung Apples , die das Unternehmen angesichts der Folgen des Coronavirus ausgeben musste, allmählich unter Druck. Gestern hat das Papier an der Nasdaq um rund 2 Prozent nachgegeben, was sich dramatischer liest, wenn man das in Marktkapitalisierung ausdrückt: Apple ist dann gleich 25 Milliarden US-Dollar weniger wert. Der Start in den neuen Handelstag an der Frankfurter Börse ist jedoch ganz gut gelungen, bis zehn Uhr legte AAPL bereits um 0,6 Prozent zu.

Rezessionsgefahr steigt

Wenn aber Apple hustet, sollte sich die gesamte US-Wirtschaft Gedanken um ihre Gesundheit machen und nicht nur die. Als Spitze des Eisbergs bezeichnet 24/7 Wall Street die Wellen, die Apples Meldung über verfehlte Umsatzziele schlägt. Auch andere Industrien, die aus China beliefert werden und/oder das Land als großen Absatzmarkt nutzen, könnten bald ernsthafte Probleme bekommen, etwa die Automobilindustrie. Die globale Ökonomie nähert sich einer Rezession, Anzeichen dafür gab es bereits vor dem Ausbruch des Virus, der den Abschwung aber verstärken könnte.

Was Apple betrifft, ist Loop Ventures wenig pessimistisch. Zwar seien 60 Prozent des weltweiten Umsatzes der Firma von Produktion oder Nachfrage in China betroffen, mittel- und langfristig bleibe aber die Nachfrage nach Apple-Produkten global hoch, weswegen das Unternehmen schnell wieder an Fahrt gewinnen könnte, wenn der Ausbruch vorübergehe. Wie lang das dauert, lässt sich aber schwer einschätzen. Loop Ventures rechnet nun damit, dass 12 Prozent seiner Umsätze in China einfahren wird, bisher war man von 17 Prozent ausgegangen. Noch würden iPhones nicht knapp, da Apple seine Lagerbestände angreifen könne. Mit längeren Lieferzeiten sei aber bald zu rechnen.

Samsung erleichtert

Man darf Samsung nicht unterstellen, sich über den Ausbruch des Coronavirus, genauer auch Covid-19 genannt, zu freuen, doch wird man in Korea ein wenig erleichtert sein, davon nicht so betroffen zu sein wie Apple und andere Konkurrenten. Samsung lässt seine Smartphones überwiegend in Vietnam fertigen, China ist auch als Absatzmarkt weniger interessant, der koreanische Hersteller hat dort nur geringe Marktanteile. "Samsung ist besser als Konkurrenten wie Huawei und Apple positioniert, um den Krankheitsausbruch zu überstehen", erklärte eine Quelle aus der Lieferkette der Nachrichtenagentur Reuters . Man sei bei Samsung "erleichtert", würde das aber nie öffentlich zugeben, verriet eine andere Quelle.

Macwelt Marktplatz

2488357