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Corona-Warn-App entdeckte bis zu 150.000 Covid-19-Infektionen

25.05.2021 | 16:51 Uhr | Halyna Kubiv

Die vorläufigen Ergebnisse einer RKI-Studie zeigen, dass die Corona-Warn-App einen Teil der Covid-19-Infektionen aufspürt.

Einer der größten Kritikpunkte an der Corona-Warn-App war bislang, dass man nicht genau wusste, ob und in welchem Maße die App überhaupt wirkt, also tatsächlich mögliche Infektionen aufspürt. Das RKI hat bereits im Februar bekannt gegeben , die Wirksamkeit der Corona-Warn-App zu überprüfen, zudem wurde mit einem der vergangenen Updates eine Möglichkeit freigeschaltet, die Nutzerdaten freiwillig mit dem Betreiber zu teilen. Die vorläufigen Ergebnisse der RKI-Studie liegen nun " Zeit Online " vor, demnach hilft die App die Pandemie zu verlangsamen.

Das Robert-Koch-Institut hat für seine Studie im März 2021 rund 10.000 Personen befragt. Eine Warnung des positiv-getesteten Nutzers erreicht im Schnitt sechs andere Anwender. Mehrteil davon, rund 80 Prozent lassen sich auf Covid-19 testen, die Positiv-Rate bei der Corona-Warn-App beträgt rund sieben Prozent. Mit den aktuellen Daten aus der App kann man in etwa ausrechnen, wie viele Covid-19-Fälle die App bislang aufgespürt hat. Mit dem Stand am 25. Mai 2021 haben über die App 469.465 Nutzer über eine Mögliche Ansteckung gewarnt. Diese sollte dann 2.816.790 andere App-Nutzer erreichen. 2.253.432 ließen sich testen, sieben Prozent waren positiv, also 157.540 sonst unerkannte Fälle wurden durch die App gefunden. Mit dem Stand heute wurden in Deutschland insgesamt 3.661.399 Corona-Fälle registriert . Rund 4,3 Prozent davon wurden durch die Corona-Warn-App erkannt. Dies ist um ein Vielfaches effektiver als eine flächendeckende Testung der repräsentativen Bevölkerungsgruppen: Das RKI hat beispielsweise in vier deutschen Städten jeweils rund zwei Tausend Teilnehmer auf Corona-Antikörper getestet. Nur in Berlin hat man unter den 2.287 Beteiligten 21 akut positive Covid-19-Kranke festgestellt, ein Prozent also. In drei weiteren Städten – Straubing , Kupferzell und Bad Feilnbach – haben die Tester entweder nur einen Fall (Straubing) oder keinen (Kupferzell, Bad Feilnbach) gefunden.

Die allgemeine Positivrate der Covid-19-Tests, also das Verhältnis zwischen allen durchgeführten Tests und positiven Tests, schwankt laut RKI mit der Zeit und korreliert mit dem Verlauf der Pandemiewellen – auf den Höhepunkten betrug die Positivrate um 12 Prozent, im Sommer 2020 einen bis zwei Prozent. Die Corona-Warn-App trägt also ihren Anteil dazu bei, die Corona-Entwicklung zu verlangsamen.

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