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Corona-Warn-App wirkt und ist kein "zahnloser Tiger"

17.06.2021 | 15:30 Uhr | Halyna Kubiv

Das RKI hat eine neue Studie veröffentlicht, die beweist, dass die Corona-Warn-App effektiv und nützlich ist.

In dieser Woche jährt sich die Veröffentlichung von der Corona-Warn-App zum ersten Mal, kaum eine App hat so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Durch strenge Datenschutzvorkehrungen war lange nicht gewiss, ob die App überhaupt wirkt. Schließlich konnte niemand nachvollziehen, bei wem die Risikowarnungen aufschlugen und wie viele davon tatsächlich positiv getestet worden waren. Dafür hat das Robert-Koch-Institut, das für die Entwicklung verantwortlich ist, im Frühling eine Studie gestartet, die die Wirksamkeit der App untersuchen sollte. Erste vorläufigen Ergebnisse waren bereits vor drei Wochen durchgesickert , nun gibt es Gewissheit – die Corona-Warn-App wirkt.

Dazu hat das RKI nicht nur die Daten der freiwilligen Datenspender aus der Studie ausgewertet, sondern auch die bekannten Zahlen aus dem Backend (Testergebnisse) und Modellierungen anhand der bekannten Daten auf dem Infektionsgeschehen. Bei der Studie mussten die Teilnehmer beispielsweise noch einen Fragebogen beantworten, wenn die App Alarm schlug.

Erkenntnisse aus der Auswertung

Ein Großteil der Ergebnisse (74 Prozent) bei der Covid-19-Testung standen den Nutzern innerhalb von 24 Stunden zur Verfügung. Auch diese, auf den ersten Blick banale Funktion, trägt zur Eindämmung des Infektionsgeschehens bei, denn je länger ein Infizierter unwissentlich durch die Gegend läuft, desto mehr Menschen kann er anstecken. Wenn ein Nutzer über die App den positiven Test erhalten hat, warnt er in mehr als der Hälfte der Fälle (genauer 61 Prozent) seine Kontakte auch per App. Die App berechnet anhand der Länge und Abstand des Kontaktes eine Risikostufe für die Ansteckung, momentan gibt es acht Risikostufen, wobei eins für das kleinste Risiko, acht für das höchste Risiko steht. Die App warnt ab Risikostufe fünf. Fast drei Viertel (73 %) der Nutzer, die eine rote Warnung in der App zu sehen bekommen, zeigten sich bei der RKI-Umfrage überrascht, was bedeuten kann, dass die Warnung nicht die über die herkömmliche Kontaktnachverfolgung im familiären oder beruflichen Umfeld erfolgte. Heißt so viel, dass drei Viertel der über die App Gewarnten anders nie gefunden worden wären und ihre Infektion unbewusst hätten weitertragen können. Fast alle Gewarnten (87 Prozent) lassen sich bei roter Risikostufe testen. Rund sechs Prozent dieser Tests sind positiv. Das ist in etwa vergleichbar mit der Effektivität der analogen Kontaktverfolgung, ergo durch die Gesundheitsämter.

Fazit

Die Corona-Warn-App hat ihr Versprechen von vor einem Jahr erfühlt – Mittels Abstand- und Zeitmessung der Bluetooth-Module im Smartphone werden in der Pandemie vor einer möglichen Infektion Menschen gewarnt, die sonst nie über eine analoge Kontaktnachverfolgung gefunden werden konnten: im überfüllten Bus, in einer Schlange beim Einkaufen und anderen Gelegenheiten.

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