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Corona-Virus: Apple nimmt Umsatzprognose zurück

18.02.2020 | 13:40 Uhr | Peter Müller

Der Corona-Virus in China hat Folgen für Apples Geschäft, aus zweierlei Gründen. Indes kursiert ein erster Termin für das iPhone SE2.

Apple gibt in einer Erklärung bekannt , dass das Unternehmen die Umsatz- und Gewinnerwartungen für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres 2019/20 wegen des Ausbruchs des Coronavirus in China nicht erfüllen könne. Ende Januar hatte Apple für den laufenden Dreimonatsabschnitt einen Umsatz zwischen 63 und 67 Milliarden US-Dollar prognostiziert und eine Gewinnmarge von 38 bis 39 Prozent. Wie Apple ausführt, kehre man langsamer als erwartet "zu normalen Bedingungen" zurück. Und weiter: "Infolgedessen erwarten wir aufgrund von zwei Hauptfaktoren nicht, dass wir die von uns für das Märzquartal gegebene Umsatzprognose erfüllen können".

Nicht nur die iPhone-Produktion in China sei "temporär" gestört, auch der Absatz vor Ort sei betroffen, da Apple seine Stores zwischenzeitlich schließen musste und sie zu reduzierten Öffnungszeiten betreibe – und das nicht einmal alle. Außerhalb Chinas sei die Nachfrage aber stark und erfülle die Erwartungen. "Unsere erste Priorität – jetzt und immer – ist die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter, unserer Partner in der Lieferkette, unserer Kunden und der Gemeinden, in denen wir tätig sind", erklärte Tim Cook laut Bloomberg in einer internen Meldung an die Mitarbeiter. Neue Zahlen zu erwarteten Umsätzen und Gewinnen nennt Apple bisher nicht.

Probleme auch bei Macbook Air und Pro

Angesichts von Covid-19 ist nicht nur fraglich, ob Apples Partner mit der Produktion des iPhone nachkommen, um die Nachfrage zu stillen, auch Laptops laufen in diesem Quartal deutlich weniger von den Bändern, wie Digitimes berichtet . Zwischen 29 und 36 Prozent soll der Ausstoß aufgrund der Probleme zurückgehen. Quanta, das die meisten Macbooks für Apple fertigt, und andere Unternehmen haben zwar ihre Endfertigung nach Taiwan verlegt, sind aber auf weiterhin in der Volksrepublik gefertigte Bauteile angewiesen, die Lager leeren sich allmählich.

iPhone SE2 kommt im April

Die Produktionsverzögerungen in China haben offenbar keine großen Auswirkungen auf die Veröffentlichung eines neuen iPhones, das am unteren Ende der Apple-Preisskala stehen soll. Für das Special Event, auf dem Apple das iPhone SE2 (oder iPhone 9) vorstellen werde, kursiert nun ein erster Termin: Dienstag, 31. März. Schon am 3. April, dem Freitag jener Woche, werde das Einsteiger-iPhone in den Handel kommen. Dies berichtet iPhone-Ticker unter Berufung auf Quellen im Apple-Umfeld, an deren Verlässlichkeit kein Zweifel bestünde. Eine Einladung zu dem Event werde etwa eine Woche vorher erfolgen, es ist also noch Zeit.

Update: Reaktion der Börse

Die Apple-Aktie gerät nach der gestrigen Umsatzwarnung Apples, die das Unternehmen angesichts der Folgen des Coronavirus ausgeben musste, allmählich unter Druck. Vorbörslich hat das Papier bereits über 3 Prozent nachgegeben, ein weiteres Minus im Verlauf des Tages könnte folgen. In Frankfurt hat der Handelstag für die Apple-Aktie schlecht begonnen, derzeit (13.30 Uhr) hat sich der Kursverlust gegenüber dem Vortag auf etwa drei Prozent eingependelt.

Warren Buffets Investmentfirma Berkshire Hathaway hat gewissermaßen rechtzeitig einen Teil seines Investments in Apple abgestoßen. Wie das Unternehmen der Börsenaufsicht SEC meldete, hat man im vierten Kalenderquartal 2019 3,7 Millionen Apple-Aktien verkauft. Je nach Zeitpunkt hat damit Buffet zwischen 800 Millionen und 1,1 Milliarden US-Dollar eingenommen. Die Hintergründe des Verkaufes sind laut Business Insider unbekannt, Berkshire Hathaway will sein Investment offenbar ein wenig diversifizieren. Zudem hat sich Buffets Firma nur von einem kleinen Teil seines Investments getrennt, das Unternehmen hält rund 5 Prozent der Apple-Anteile im Wert von 72 Milliarden US-Dollar.

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