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DVB-T2 HD auf dem Mac: Ein Statusbericht

27.01.2017 | 10:41 Uhr |

DVB-T2 HD hat auf dem Mac Anfangsschwierigkeiten, nur der Elgato-Nachfolger Geniatech bietet eine erste Lösung.

DVB-T2 HD bringt Full-HD-Fernsehen über die Antenne. Doch der Nachfolger von DVB-T, das Ende März 2017 abgeschaltet wird, ist für Mac- und PC-Anwender nur eingeschränkt nutzbar. Denn lediglich die öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF lassen sich so empfangen, nicht aber die privaten Sender. Denn dafür benötigt man eine CI-Karte von freenet TV, die sich bislang mit keinem USB-Adapter am Computer betreiben lässt.

Deutsches DVB-T2 setzt auf H.265

In Deutschland geht das per Antenne empfangbare DVB-T2 einen Sonderweg – statt dem gebräuchlichen Videoformat H.264 kommt beim DVB-T-Nachfolger das nagelneue H.265 zum Einsatz. Für Windows gibt es bereits mehrere Lösungen, etwa von Hauppauge. Für den Mac gibt es aktuell nur Angebote von Geniatech.

DVB-T2 – Das kostet das neue Fernsehen

Schon seit Sommer 2016 sind Software und Hardware für das neue Fernsehformat verfügbar , die EyeTV-Software unterstützt ab den aktuellen Versionen H.265 – Der Hersteller setzt dazu auf Software der deutschen Firma Struktur AG .

Alte DVB-T-Sticks funktionieren bald nicht mehr

Einen neuen USB-Tuner benötigt man ebenfalls, der über den Geniatech-Shop oder diverse Webshops verfügbar ist. Der kompakte Eye-TV T2 kostet 130 Euro und unterstützt neben DVB-T und DVB-T2 endlich das deutsche DVB T2 HD. Als Hardwareanforderungen nennt der Hersteller einen Mac mit Core 2-Duo-CPU mit 2,5 GHz und 8 GB RAM – die Anforderungen sind um ein Vielfaches höher als bei DVB-T. Eigentlich sollte auch das Vorgängermodell Geniatech EyeTV Hybrid nach Installation der neuen EyeTV-Software das neue TV-Fomat unterstützten, aktuell scheint es laut Nutzerberichten aber Kompatibilitätsprobleme zu geben. Bei einem für den deutschen Markt maßgefertigten Spezialgerät erscheint der Preis vielleicht angemessen, man muss aber einige Einschränkungen bedenken: Mit dem Tuner kann man nämlich nur die öffentlich rechtlichen Sender wie ARD und ZDF empfangen, die unverschlüsselt ausgestrahlt werden. Das gilt übrigens auch für die USB-Lösungen für Windows-Rechner.

Eine Kartenschnittstelle des Standards CI+ fehlt, dies wäre aber für den Empfang von verschlüsselten Sendern wie Sat1 und RTL nötig. Kostet der Empfang der Privatsender doch 69 Euro im Jahr – wobei man außerdem mit Schikanen wie eine Vorspulsperre und Aufnahmesperre rechnen muss. Dass hier die Privatsender so rigoros eingreifen, sollte aber nicht wundern. Gebühren und Aufnahmesperren sind ja für Satelliten- und Kabel-Kunden ebenfalls geplant, hier gibt es nur noch einige rechtlichen Hürden. Nach einer Lösung für Android soll außerdem einen Hardwarelösung für iOS und für Apple TV erscheinen.

Elgato steigt aus, auch Equinux setzt nicht auf DVB-T2 HD

Diese Einschränkungen macht DVB-T2 HD für die Nutzung am Mac weit weniger interessant als den Vorgänger, so hat sich der deutsche Hersteller Equinux deshalb schließlich entschieden, keine DVB-T2-Geräte herzustellen . Zu hoch wären technischer Aufwand, die Kosten des Empfangs von Privatsendern, vor allem die Hardware für iOS wäre ein Problem. Als Zukunft sieht Equinux dagegen den Konsum von Fernsehen in Form von Live-Streams und setzt deshalb für iOS und AppleTV voll auf Streaming-Apps wie die eigene Live TV-App. Stellen doch viele Sender ihr Programm in HD-Qualität zur Verfügung. Eigentlich, so Equinux, sollte man den Frequenzbereich von DVB-T2 besser für den Mobilfunk freigeben, das brächte allen mehr.

Fazit für das neue terrestrische Fernsehen am Mac

Für Fans der öffentlich rechtlichen Sender bleibt DVB-T2 nach unserer Meinung eine interessante Lösung – steht doch beispielsweise auf dem Lande oft kein Breitband-Internet für HD-Streams zur Verfügung. Wir schätzen aber dennoch, dass DVB-T2  ein Nischenprodukt wie DAB werden wird – und ein Empfänger ist wohl eher für den Direktanschluss an einen Fernseher beziehungsweise TFT-Display als am Mac sinnvoll.

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