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Darum läuft Stage Manager nur auf M1-iPads

15.06.2022 | 12:20 Uhr |

Eine der größten Änderungen der letzten Jahre an iPadOS hat einen Haken: Sie setzt einen Apple M1-Chip voraus.

Erstmals erhält das iPad mit iPadOS 16 eine ordentliche Multitasking-Funktion: den Stage Manager ( hier geht es zu unserem ausführlichen Beitrag ). Der Haken daran: Die Funktion steht nur iPads mit dem M1-Chip zur Verfügung. Dazu gehören das aktuelle iPad Air, das iPad Pro 12,9-Zoll ab der fünften Generation und das iPad Pro 11-Zoll ab der dritten Generation. Etliche ältere und beliebte iPads bleiben also außen vor, etwa das normale iPad und das iPad Mini.

Dass der Stage Manager nur auf iPads mit M1-Chip kommen würde, erwähnte Apple zunächst nur in einer Fußnote auf der eigenen Webseite. Inzwischen hat sich Craig Federighi, Senior Vice President of Software Engineering, in einem Interview mit Matthew Panzarino von TechCrunch näher dazu geäußert, warum ältere iPads außen vor gelassen werden (müssen).

Die kurze Antwort: Es liegt an der Leistung. Apple legt schon immer exorbitanten Wert darauf, wie gut die Benutzeroberflächen seiner Geräte laufen; wie schnell sie auf Eingaben reagieren, wie flüssig die Animationen sind – alles Eigenschaften, die erst auffallen, wenn sie plötzlich fehlen. Warum der M1 benötigt wird, lässt sich allerdings nicht auf eine konkrete Ursache herunterbrechen. Tatsächlich hatte Apple beim iPad mehrere Baustellen, um das es sich kümmern musste.

Schneller, größer, weiter

Um mit dem Stage Manager diese gewohnte Apple-Experience bieten zu können, werde einfach die Leistung des M1-Chips benötigt, so Federighi. Besonders beim iPad läge die Messlatte diesbezüglich sehr hoch: Um nahtlos zwischen verschiedenen Apps hin und her wechseln zu können, ohne, dass sie zwischendurch neu laden, müssen sie im Arbeitsspeicher liegen. Da Apps, die im Stage Manager liegen, von Nutzer:innen noch schneller geöffnet werden können, müssen weitaus mehr Apps im RAM liegen. „Bis zu vier Apps auf einem Panel und weitere vier – bis zu acht Apps, die unmittelbar reagieren müssen und ausreichend Speicher zur Verfügung haben, der auf anderen Systemen einfach fehlt“, erklärt Federighi.

Nicht nur die Größe des Speichers spielt eine Rolle, sondern auch die Geschwindigkeit. Apple legt den Stage Manager von vornherein auch für externe Bildschirme aus – nicht zuletzt, da der M1 auch 4K-, 5K- und sogar 6K-Bildschirme antreiben könne. Dafür reiche die IO-Geschwindigkeit älterer iPads einfach nicht aus.

Auch die Grafikleistung spielt Federighi zufolge eine Rolle. „Wenn wir anschauen, wie Apps sich neigen, Schatten werfen und animiert werden – um das mit hohen Bildraten bewältigen zu können, braucht es grafische Spitzenleistung, die sonst niemand bieten kann.“ Was schön aussieht, braucht eben auch den entsprechenden technischen Unterbau.

Hinweise auf die Zukunft des iPads

Nun kann man Federighis Aussagen für bare Münze nehmen, man kann aber auch recht gute Vorhersagen für die nähere Zukunft des iPads treffen. Insbesondere der Satz „Außerdem betrachten wir Stage Manager als ganzheitliche Experience, die die Übertragung an externe Bildschirme einschließt“ fällt ins Auge. Denn durch den expliziten Einschluss externer Bildschirme positioniert Apple seine M1-iPads als ernstzunehmenden Laptop-Ersatz. Diese Transformation hat natürlich schon deutlich früher mit separaten Tastaturen wie dem Magic Keyboard begonnen, nimmt spätestens mit den Multitasking-Möglichkeiten des Stage Managers auf mehreren Bildschirmen jedoch konkrete Züge an.

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© Framesira / Shutterstock.com

Doch was ist mit den anderen iPads, die (noch) nicht auf M1 umgestellt wurden? Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Die wahrscheinlichere ist, dass Apple nach und nach alle iPads auf Chips der M-Reihe umstellt, denn früher oder später werden die Schreie von Nutzer:innen nach dem Stage Manager auch für Apple nicht überhörbar sein.

Lesetipp : Warum ein iPad Mini besser ist als ein iPad Pro

Die andere Möglichkeit ist, dass Apple die übrigen iPads bei den A-Chips belässt und effektiv als Einstiegsgeräte positioniert, zumindest offiziell. Eine gewisse Trennung in diese Richtung war bereits mit der Einführung der Pro-Reihe erkennbar, die mit dem iPad Air M1 der fünften Generation ( hier im Testbericht ) etwas verschoben wurde. Wir halten diese Trennung zwar für möglich, aber wenig sinnvoll, da sie unserer Meinung nach die Marke bzw. Kategorie „iPad“ unnötig verwässern und für noch mehr Verwirrung bei Verbraucher:innen sorgen würde. Dieses Problem tritt aktuell bereits beim neuen Macbook Pro auf und weshalb es eigentlich anders heißen müsste , schreibt unsere Autorin.

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