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Das beste iOS-14-Feature kommt nicht aufs iPad

24.06.2020 | 11:33 Uhr |

Das neue iOS 14 fühlt sich dank neuen Features so neu an wie schon lange nicht mehr. Und ausgerechnet das iPad muss auf diese Funktionen verzichten. Dabei würde das iPad von diesen Funktionen deutlich stärker profitieren.

Apple startete seine WWDC-Keynote mit einem absoluten Paukenschlag: Kaum fünf Minuten nach der Keynote erzählte uns Craig Federighi von einem neuen Feature namens App-Bibliothek, das nichts weniger als eine dramatische Neugestaltung des Home Screen ist:

Die App Library kommt mit iOS 14 im Herbst auf das iPhone.
Vergrößern Die App Library kommt mit iOS 14 im Herbst auf das iPhone.
© Apple

Und so funktioniert es: Wenn Sie ganz nach rechts streichen, sehen Sie eine neue Seite der App-Bibliothek, auf der all Ihre Apps in Kategorien organisiert sind, damit sie einfacher zu navigieren sind. Mit einem zentralen Speicherort für alle Ihre Apps ermöglicht Apple Ihnen auch das Ausblenden von Startseiten, sodass Sie nicht mehr Seiten und Seiten von Apps durchsortieren müssen.

Apple hat auch die Widgets überarbeitet, mit neuen Designs, anpassbaren Größenoptionen und der Möglichkeit, den Startbildschirm zwischen den Apps zu füllen. Insgesamt fühlt sich das gesamte System so frisch und neu an wie seit Jahren nicht mehr, wodurch der abgestandene Startbildschirm zu einem modernen mobilen Erlebnis wird, ohne die Identität des iPhone zu opfern.

Die Widgets sorgen für frischen Wind beim App-Design.
Vergrößern Die Widgets sorgen für frischen Wind beim App-Design.
© Apple

Es gibt nur ein Problem: Das alles kommt nicht auf das iPad. Obwohl iPadOS 14 dieselben neu gestalteten Widgets mit unterschiedlichen Größen und intelligenten Funktionen bietet, bleibt die App-Bibliothek den iOS-Geräten vorbehalten. Ihre Widgets werden also in der beengten Heute-Ansicht links auf dem Haupt-Home-Bildschirm weiterhin existieren, genau wie auf iOS 13. Sie können sie nicht einmal wie auf dem iPhone zwischen Apps verschieben.

Dabei wäre ein Feature wie die App-Bibliothek auf dem iPad sehr sinnvoll, besonders jetzt, wo es Trackpad-Unterstützung gibt. Durch Seiten von Apps zu blättern und zu versuchen, sich zu merken, wo die Symbole sind, ist sehr mühsam. Mit der App-Bibliothek wären die Applikationen intelligenter und leichter zu finden.

Der neue iOS-Home-Bildschirm ist wie gemacht für das iPad – und wir haben keinen Zweifel, dass er irgendwann (vielleicht mit iPadOS 15?) auf das iPad kommt. Aber iPad Pro-Nutzer, die im Herbst iPadOS 14 herunterladen wollen, werden enttäuscht sein, wenn sie die gleichen alten Home-Bildschirme mit Apps übersät vorfinden.

Das ist nicht die Art von Trennung, die wir uns erhofft hatten, als Apple letztes Jahr iOS und iPadOS getrennt hat. Wir wollten Produktivitätsfunktionen auf hohem Niveau, die das iPhone nicht bekommen konnte – wie die Handschrifterkennung und die universelle Suche, die wir in iPadOS 14 bekommen – aber wir hatten nicht erwartet, dass das iPhone wünschenswerte Funktionen erhält, die das iPad nicht hat.

Warum sollte Apple eine Funktion zurückhalten, durch die sich das iPad moderner und Mac-ähnlicher anfühlen wird? Auf dem iPad könnte die App-Bibliothek noch leistungsfähiger sein als auf dem iPhone, mit anpassbaren Ordnern, Gesten und einer Integration mit der Suchleiste. Vor allem aber hätte es den Homescreen atmen lassen und nicht so überladen mit Apps aussehen lassen.

Die App-Bibliothek steht seit Jahren auf meiner iOS-Wunschliste und ich kann es kaum erwarten, sie auszuprobieren. Leider wird mein iPad Pro jedoch noch etwas länger warten müssen.

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