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Das nexte Abenteuer

24.01.2009 | 00:00 Uhr

Das nexte Abenteuer

1992 zum Vizepräsidenten gewählt, 2005 zum Aufsichtsrat
Vergrößern 1992 zum Vizepräsidenten gewählt, 2005 zum Aufsichtsrat

Next-Rechner mussten sich Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger keineswegs hinter denen von Apple verstecken, es gelang Steve Jobs neuer Firma aber nie, profitabel zu werden. Da halfen auch Finanzspritzen des texanischen Multimilliardärs Ross Perot wenig, der im Jahr 1992 für das Amt des US-Präsidenten kandidierte, zurück zog und erneut antrat. Wahrscheinlich hat nur der Wankelmut des Geschäftsmannes George Bush dem Älteren die Präsidentschaft gekostet, bis zu seinem Rückzug hatte Perot gute Chancen, dem aussichtsreichen Kandidaten Bill Clinton entscheidende Wahlmännerstimmen abzunehmen. Nach dem Comeback war Perot chancenlos. Der Ausgang der Wahl ist bekannt, angeblich hätte Steve Jobs das Angebot erhalten, nach der Vereidigung Clintons in dessen Kabinett einzutreten. Stattdessen holte Jobs später den 1992 zum Vizepräsidenten gewählten Al Gore in den Apple-Aufsichtsrat.

Während das Hardwaregeschäft Next nicht über Wasser halten konnte, verlegte sich die Firma auf Software. Im Januar kündigte Jobs an, mit Nextstep 3.0 eine weitere stark verbesserte Version des Objekt orientierten und auf den FreeBSD-Unix-Kernel basierenden Betriebssystems im Sommer auszuliefern. Statt Juni wurde es September, wir kennen das irgendwie von der im Jahr 2007 verzögerten Leopard-Premiere. Während 2007 angeblich das iPhone Schuld war, zog sich vor 17 Jahren wohl vor allem die Portierung des Systems für Intel-Prozessoren in die Länge. Im Jahr 1992 wurde quasi der Grundstein für Apples Intel-Switch gelegt, als Steve Jobs beschloss, mit dem Betriebssystemanbieter Microsoft um die Gunst der PC-Hersteller zu werben. Apple warf erst Jahre später ein Auge auf das ursprünglich für Motorolas 68k-Chips und dem PPC entwickelte Nextstep. Am 10. Februar 1993 wurde Next offiziell zu einer reinen Softwareschmiede: Jobs kündigte an, das Hardwaregeschäft an Canon zu verkaufen, mehr als 500 Mitarbeiter verloren ihre Jobs bei Jobs. Als Apple Next übernahm und Steve Jobs zurückholte, geschah das vorwiegend aus dem Grund, in der eigenen OS-Entwicklung gescheitert zu sein. Das Copland-Projekt erwies sich als Fiasko, nur wenige Techniken und Optiken hielten Einzug in Mac-OS 8, das 1997 System 7 ablöste. Die Entwicklung von Mac-OS 8 trug nur intern die Codenamen Tempo und Maxwell, erst mit Mac-OS X 10.2 Jaguar bekamen Apples Betriebssysteme ihre internen Namen auch offiziell verpasst.

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