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Das war das Jahr 2019 für die Apple Watch

02.01.2020 | 08:00 Uhr | Halyna Kubiv

Etwas zwiespältig blicken wir auf das Jahr 2019, auf dem Smartwatch-Markt bleibt die Apple Watch eine konstante Größe.

Wir halten die Apple Watch für eine der meist unterschätzten Apple-Innovationen der letzten Zeit: Diese wird nicht so hochgejubelt wie die neuesten iPhones – klar, das Kamerasystem der neusten Modelle und der neue sparsame Chip haben Aufmerksamkeit durchaus verdient. Die smarte Uhr von Apple ist nicht so omnipräsent im Stadtbild wie die Airpods, kann man doch die Uhr unter dem Ärmel verstecken, das markante Weiß der tragbaren Kopfhörer fällt aber sofort auf. Auch hat Apple mit den letzten watchOS-Iterationen viel Aufmerksamkeit darauf gelegt, dass die grundlegendsten Funktionen automatisch starten, wir denken da an die automatische Aufzeichnung von Trainingseinheiten, Pulsüberwachung, Kalorienmessung und Streckenangaben waren von Anfang an (fast) ohne Zutun des Nutzers möglich.

Und so spiegelt sich diese fast schon Selbstverständlichkeit in der Nachrichtenlage wider: Ende März wurde mit einem watchOS-Update die Messung von Elektrokardiogramm in Deutschland und anderswo in der EU möglich, diese Funktion hat Apple noch im September 2018 mit Series 4 vorgestellt, Freigabe von Behörden war notwendig, deswegen die Verzögerung. Für eine kurze Aufregung sorgte eine News aus einem Ski-Gebiet: Die neue Apple Watch sorgte für gesteigerte Zahl der Notrufe, weil die Nutzer nicht bemerkten, dass die neue Watch nach dem Sturz mit dem Rettungsdienst telefoniert hat. Die neue Saison ist gerade angebrochen, deswegen würden wir raten, während des Ski-Wochenendes die Sturzerkennung der Watch (Series 4 und 5) zu deaktivieren ("Watch-App -> Notruf SOS -> Sturzerkennung)". Nicht, dass wir in ein paar Wochen wieder berichten müssen, die Apple Watch habe erneut zu falschen Notrufen geführt. Eigentlich könnte auch Apple hier aktiv werden und Skifahren als Sportart automatisch erkennen, die Stürze dabei werden als zur Aktivität zugehörig gewertet, aber dies sollte streng genommen in unserer Trendgeschichte zum Jahr 2020 stehen...

Im Februar hat sich der gut informierte Analyst Ming Chi Kuo zu Wort gemeldet, demnach würde Apple wieder ein Keramik-Modell produzieren . Seine Prognose hat sich zu 100 Prozent erfüllt, Series 5 kann man in der Gehäuse-Variante aus Keramik und aus Titan kaufen. Kurz vor der iPhone-Keynote haben brasilianische Entwickler dies auch bestätigt: In einer Beta-Version von iOS fanden sich die Hinweise auf Titan- und Keramik-Modelle der Apple Watch .

Dass die Apple Watch das privateste Gerät eines Nutzers ist, zeigen die rührenden Geschichten nach dem Schema "Apple Watch hat mir das Leben gerettet". Diese sind in der letzten Zeit etwas seltener geworden, klar, irgendwann mal nutzt sich der Nachrichtenwert dabei ab. Ein paar davon wollen wir dennoch erwähnen, die eine passierte bei uns buchstäblich vor der Tür: Die Münchner Feuerwehr wurde zu einer Rentnerin per Notruf gerufen, diesen Notruf hat die Apple Watch aufgelöst, nachdem sie einen Sturz der Nutzerin registriert hat. Eine andere Rentnerin, diesmal aus Alabama, USA, hat wohl aus Neugier die neue EKG-Funktion ausprobiert , diese hat Probleme angezeigt. Im Krankenhaus haben die Ärzte die Herzrhythmusstörungen bestätigt und konnten rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten.

Eine andere, nicht so freudige Geschichte, zieht sich noch seit 2017 und 2018. Offenbar sind manche Akkus in älteren Modellen anfällig, diese blähen sich auf, was zur Folge hat, dass das Display wie vo Zauberhand abspringt. Noch im Jahr 2018 wurde Apple wegen dieses Defektes verklagt, im März wurde die Klage aber zurückgezogen . Ein halbes Jahr später hat Apple ein kostenloses Reparaturprogramm für ältere Modelle Series 2 und Series 3 auferlegt, ob dies die gleichen Ursachen hat, wie in der Klage beschrieben, ist nicht bekannt.

Während aus Sicht der Apple-Nutzer die Welt noch in Ordnung schien, war der restliche Smartwatch-Markt von großen Änderungen betroffen. Zum einen hatte der Qualcomm endlich den Nachfolger seines Smartwatch-Chips Snapdragon 3100 herausgebracht, erste Smartwatches trudelten zur IFA 2019 in Berlin und später ein . Während sich Apple heuer erlauben konnte, fast den gleichen Chip wie im Vorjahresmodell zu verwenden (genauer gesagt, hat Apple für die Series 5 ein System-On-The-Chip entwickelt), mussten andere Smartwatch-Hersteller auf Gedeih oder Verderb auf Qualcomm warten, fast drei Jahre herrschte Stillstand auf der Chip-Front der Konkurrenz. 2019 hat sich der Wearables-Markt abseits von Apple endgültig konsolidiert: Google hat im Frühling die Smartwatch-Abteilung von Fossil übernommen, im Herbst – Fitbit . Mit dem Stand heute gibt es zwei Große Software-Provider auf dem Smartwatch-Markt – Google und Apple. Die kommenden Jahre bleiben also spannend...

Was noch so 2019 passierte:

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