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Das war der Mac (Pro) im Jahr 2019

26.12.2019 | 08:00 Uhr | Peter Müller

Einen Luxusschlitten oder einen Mac Pro mit Vollausstattung kaufen? Vor der Frage stehen nur Wenige. Der Mac Pro von 2019 gibt aber dem gesamten Mac-Jahr Glanz.

Den Mac des Jahres 2019 hatte Apple an sich schon im April 2017 angekündigt. Seinerzeit räumte die Unternehmensspitze in einem Gespräch, zu dem man ausgewählte Journalisten nach Cupertio eingeladen hatte, ein, mit dem Mac Pro aus dem Jahr 2013 in eine Sackgasse geraten zu sein. Vor allem mit er Entwicklung, welche die Grafikkartenindustrie nahm, habe man nicht gerechnet. Bereits für aktuelle aber vor allem für zukünftige GPUs erwies sich das zylinderförmige Gehäuse, das nur leise vor sich hinsummte, also zu unterdimensioniert. Die enorme Abwärme, die Vegas und Konsorten entwickeln, kann nicht aus dem Zylinder entweichen, der neben einigen kleinen und leisen Lüftern ja vor allem auf den Kamineffekt setzte. Gleichwohl, so hieß es 2017, sei man von dem Konzept überzeugt, nur sehe man eben ein, dass der Mac Pro 2013 nicht für alle Profis gleichermaßen geeignet ist.

So werde man wieder einen modularen Mac Pro entwickeln, dazu eine Profi-Konfiguration des iMac. Jener iMac Pro sollte es auch noch bis Ende 2017 auf den Markt schaffen, erst Mitte 2018 konnte Apple etwas Näheres zum Erscheinungstermin des neuen Mac Pro sagen, mehr als "2019" war dann aber nicht drin.

Immerhin gewährte Apple zur WWDC Anfang Juni 2019 einen ersten Blick auf seinen neuen High-End-Rechner und nannte den Einstiegspreis: 6000 US-Dollar. Das Profi-Display dazu, inklusive Standfuß: Auch noch mal 6000 US-Dollar. Der Erscheinungstermin: Später im Herbst. Mitte des vierten Kalenderquartals hieß es dann: Dezember. Und seit dem Abend des 10. Dezember kann man den Mac Pro bestellen, zu Preisen ab 6.490 Euro. Das obere Ende ist einigermaßen offen: Derzeit steht es bei etwa 63.000 Euro, ohne Displays. Und da ist die Konfiguration mit 1,5 TB RAM noch gar nicht angeboten, allein diese Speicherkonfiguration kostet rund 30.000 Euro Aufpreis.

Das Vertrauen in den Mac kehrt zurück

Apple hat mit dem Mac Pro eine Maschine für eine extreme Nische gebaut, in der die Rechenleistung alles zählt und der Preis keine Rolle spielt. Oder eben schon: Denn Zeit ist Geld, und wenn eine solche Maschine jede Menge Zeit spart, hat sie sich amortisiert. Für Otto-Normal-Macianer ist der Mac Pro ein paar Nummern zu groß. Aber er dient als Symbol: Apple hat den Mac und vor allem den Profi-Markt nicht vergessen.

Diesen Eindruck konnte man in den letzten Jahren gewinnen, immer mehr drehte sich um das iPhone, auch mit dem iPad macht Apple bessere Geschäfte. Doch zeigte noch eine zweite Neuerung aus dem Spätherbst, dass Apple auf seine Kundschaft hört, vor allem auf die professionelle. Die Tastatur des neuen Macbook Pro 2016, an der sich vor allem Vielschreiber störten, hat Apple endlich überarbeitet – die Hoffnung ist groß, dass sie robuster ist als die 2016ff in Macbooks Pro verbaute Butterfly-Tastatur. Aber auch in Sachen Leistung lässt das Macbook Pro wenig zu wünschen übrig: Eine ideale Maschine für Profis – und das nicht nur als Ergänzung zum Mac Pro auf dem Desktop.

Die anderen Mac-Update im Jahr 2019 waren indes etwas weniger spektakulär: Das 2018 überraschend wiederbelebte Macbook Air bekommt nun auch ein True Tone Dispaly und die iMacs warten seit dem Frühjahr mit neuesten Prozessoren auf – so richtig rocken sie aber nur in ihren teureren Versionen mit SSD statt Fusion Drive, selbst für viele professionelle Anwender bieten sie ausreichend Power. Das Macbook in 13 Zoll hat Apple im Sommer ein wenig überarbeitet und die Version ohne Touchbar gestrichen, ebenso fiel das Macbook 12 Zoll aus dem Angebot. Das praktisch zeitgleich vorgestellte 15-Zoll-Macbook mit acht Kernen ist dann im Herbst schon wieder obsolet geworden und es ist sehr wahrscheinlich, dass auch die aktuell verfügbaren 13-Zöller schon bald durch 14-Zöller ersetzt werden, wohingegen unter Umständen das Macbook in Form einer ARM-Maschine ihre Wiederauferstehung feiern könnte.

Neues System räumt mit alten Gewohnheiten auf

In Sachen Betriebssystem war das zurückliegende Jahr 2019 vermutlich im Vergleich zum kommenden Jahr 2020 das spannendere. Während wir für macOS 10.16 eher Renovierungen an den zugrunde liegenden Techniken erwarten und vor allem auf mehr Sorgfalt bei der Entwicklung hoffen, brachte macOS 10.15 Catalina einige wesentliche Neuerungen. iTunes hat nach 18 Jahren ausgedient und wird einerseits durch den Finder und andererseits durch drei neue Apps ersetzt. Diese kommen von iOS und sind mit den Tools des Project Catalyst entstanden, die auch Drittentwickler dazu verwenden können, ihre mobilen Anwendungen auf den Mac umzuschreiben – respektive gleichzeitig für alle Plattformen zu entwickeln. Mit Catalina kommt auch das endgültige Aus für 64-Bit-Anwendungen. Das hatte Apple zwar schon lange vorher angedeutet, einige Entwickler lassen ihre Kunden aber dennoch im Regen stehen.

Das hatten wir im Jahr 2019 rund um den Mac und macOS zu berichten:

Mac Pro

Mac Pro 2019 ab 6.490 Euro

Kommentar: Das Wesen der Höllenmaschine

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Kaufberatung: Macbook Air und Macbook Pro 13 Zoll

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