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Der Apple Store München ist den Mitarbeitern zu laut

27.12.2012 | 00:49 Uhr |

Der Apple Store München ist den Mitarbeitern zu laut

Die Belegschaft des Apple Store München wählt im Februar einen Betriebsrat, den ersten in einer der deutschen Filialen von Apples Ladenkette. Den Mitarbeitern ist es vor allem am Samstag zu laut in den Verkaufsräumen, auch klagen sie über ungleiche Entlohnung.

Ein wenig "überrascht und verwundert" sei der Arbeitgeber - die Apple Retail GmbH - schon gewesen, dass Mitarbeiter des Apple Store in München einen Betriebsrat wünschten, doch laut der Gewerkschaftssekretärin des Verdi-Fachbereichs Handel Victoria Sklomeit habe sich der Arbeitgeber in der Wahlzeit kooperativ verhalten und die Gründung eines Betriebsrates nicht verhindert. Das Gremium besteht aus neun Mitarbeitern, der Apple Store in München hat also über 200 Mitarbeiter. Bei einer derartigen Unternehmensgröße wird ein Mitglied des Betriebsrates frei gestellt und kann sich so voll auf seine Arbeit als Arbeitnehmervertreter konzentrieren. Den Namen der Betriebsratsvorsitzenden wollte uns die Gewerkschaftssekretärin nicht nennen, der Betriebsrat sei noch sehr zurückhaltend mit Äußerungen der Öffentlichkeit gegenüber.

Die laut Victoria Sklomeit dringlichsten Aufgaben des Betriebsrates des Apple Store München drehen sich um besseren Gesundheitsschutz und faire Bezahlung: "Es ist am Wochenende fast unerträglich laut im Store - das hatte auch schon gesundheitliche Folgen für einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Außerdem ist für uns die Frage des Stundenlohnes eine bedeutende, da es hier noch relativ "unfair" zugeht. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist leider nicht die Realität." Bei den Arbeitszeiten hingegen verhalte sich Apple "Gott sei Dank" nicht wie andere Händler, wie etwa Media Markt, der laut eines ARD-Berichtes seinen Mitarbeitern in der Regel Arbeitszeiten von Ladenöffnung bis Ladenschließung mit absurd langen Mittagspausen vorschreibt. Beim Apple Store hingegen werde in Schichten gearbeitet, der Store kann so Öffnungszeiten von 9 bis 20 Uhr an sechs Tagen garantieren, ohne Mitarbeiter zu Mehrarbeit über die gesetzliche erlaubte Arbeitszeit permanent zwingen zu müssen. Über eine Arbeitszeiterfassung im Apple Store zu verhandeln, plane der Betriebsrat daher nicht.

Über mögliche Maßnahmen zur Verringerung der Lautstärke lässt sich nur spekulieren, Apple könnte etwa die Kundenzahl im Store limitieren oder die Innenarchitektur verändern. So aufgeräumt Glasfronten und -treppe, Holztische und Steinböden auch im Design wirken, Lärm schluckt die Architektur des Apple Store wenig. Bis Jahresende ist jedoch in dieser Hinsicht im Apple Store anscheinend wenig geschehen, wie ein Bericht im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Nummer 46/12) nahelegt, herrscht nach wie vor großer Lärm in der Rosenstraße.

Die Gründung eines Betriebsrates soll auch für die anderen Apple Stores Vorbild sein. Alle deutschen Stores betreibt die Apple Retail GmbH mit Sitz in Frankfurt, jeder der mittlerweile acht deutschen Betriebe müsste einen eigenen Betriebsrat gründen. Sobald jedoch ein Gesamtbetriebsrat mit Delegierten aus mindestens zwei Standorten gegründet ist, könnte dieser Wahlausschüsse für weitere Stores einsetzen. Im November hatte schließlich die Niederlassung in Frankfurt Betriebsratswahlen angekündigt, der danach zu bildende Gesamtbetriebsrat kann sich dann auch um die Belange der Belegschaft in den Filialen ohne Arbeitnehmervertretung kümmern.

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