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Der digitale EU-Impfpass soll am 1. Juli starten

30.04.2021 | 13:42 Uhr | Halyna Kubiv

Die EU wird ab übernächster Woche die erste Testphase für den digitalen Impfpass starten. Den Nachweis wird es auf Papier und als App geben.

Mit stagnierenden Inzidenzen und gesteigerter Impfgeschwindigkeit will die EU in diesem Sommer zumindest teilweise ihren Bürgern die Reisefreizügigkeit zurückgeben. Als technische Lösung dafür ist Digital Green Certificate, ein digitaler Impfpass oder Impfnachweis, der überall in der EU akzeptiert wird. T-Systems und SAP sind mit der Entwicklung der Plattform betraut, technische Richtlinien sind bereits am 21. April verabschiedet worden, ab der zweiten Maiwoche startet die erste Testphase mit rund 20 Ländern, unter anderem auch Deutschland.

Was ist Digital Green Certificate genau?

Hinter dem digitalen EU-Impfpass versteckt sich eine Infrastruktur, die mittels Verschlüsselung die Impfangaben aus der nationalen Impfdatenbank abholen und sicher an die überprüfende Behörde wie Zoll auch im Ausland übergeben kann. Das ist quasi das gelbe Impfbüchlein 2.0. Der geimpfte Bürger kann seine Impfung bei der zuständigen Behörde bestätigen lassen und sich ein Impfzertifikat entweder in die dafür bestimmte App oder als PDF auf Papier laden oder ausdrucken. Im Zertifikat werden folgende Daten gespeichert: Name, Geburtsdatum, Benennung der Krankheit, gegen die geimpft wurde, Datum, Hersteller, Produktname der Impfung sowie das Land, wo die Impfung durchgeführt wurde.

Digitaler EU-Impfpass
Vergrößern Digitaler EU-Impfpass

Reisen die geimpften Bürger in den Urlaub, können sie ihre Impfung und somit Befreiung von Tests aus der App oder mit dem QR-Code auf dem Zertifikat nachweisen. Behörden wie Zoll, Polizei, Ordnungsamt etc. erhalten vom nationalen Anbieter wie in Deutschland Gesundheitsministerium eine Verifizierungs-App, die die Daten aus dem digitalen Impfpass auf ihre Gültigkeit überprüfen kann.

Nach Angaben der Verantwortlichen bei der EU-Kommission müssen die Ärzte schon jetzt die Angaben zu der Impfung in eine lokale Impfdatenbank eintragen, das Digital Green Certificate bietet eine Schnittstelle für EU-weite Verifizierung dieser Impfdaten.

Wann kann man mit dem digitalen EU-Impfzertifikat rechnen?

Die ersten Länder werden ab Anfang Mai an der ersten Testphase teilnehmen. Diese soll bis dem 1. Juni abgeschlossen sein, ab diesem Tag wird das Digital Green Certificate Gateway freigeschaltet sein. Bis Mitte Juni soll die zweite Testphase mit weiteren Ländern laufen, die EU rechnet damit, dass ab dem ersten Juli das System erprobt und implementiert wird. Das letzte Wort hat jedoch der nationale Gesetzgeber: Entsprechende Regelungen müssen in jedem Land verabschiedet werden, damit das System funktionieren kann. Das System wird schon jetzt für alle 27 EU-Ländern und drei EEA-Länder wie Island, Liechtenstein und Norwegen bereitgestellt. Dritt-Länder können sich ebenfalls an dem Green Certificate beteiligen, indem sie die technischen Spezifikationen bei den eigenen Impfdaten erfüllen. Die Beteiligung der Schweiz ist fast bestätigt, auch die Ukraine hat das Interesse geäußert. Die Entwickler stellen auf Github die notwendige Dokumentation sowie die Vorlagen für Apps zur Verfügung, der Code der Schnittstelle ist bereits veröffentlicht. Es ist höchstwahrscheinlich, dass in Deutschland das Impfzertifikat über die Corona-Warn-App abgeholt werden kann.

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