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Das iPad im Jahr 2016: Zögerlicher Neustart

31.12.2016 | 08:00 Uhr |

Das iPad hat erneut ein durchwachsenes Jahr mit Verkaufsrückgängen hinter sich. 2017 sollte es einen Neustart geben.

Das Jahr 2010, verkündete Steve Jobs am 27. Januar vor nun bald sieben Jahren, werde zum Jahr des iPad. Und natürlich werde 2011 zum Jahr des iPad 2, sagte ein schon sichtlich von seiner Krankheit gezeichneter Apple-CEO am 2. März 2011. Apple hat seither das iPad auch weiterhin beinahe im Jahresrhythmus aktualisiert, aber nie mehr ein "Jahr des iPad x" ausgerufen. Man kann aber nicht sagen, Apple wäre nichts mehr eingefallen. Neben den schrittweisen Verbesserungen hinsichtlich Gewicht, Ausmaßen und Leistungsfähigkeit des tradierten iPad im 9,7-Zoll-Format führte Apple zunächst mit dem iPad Mini einen neuen Formfaktor ein, 7,9 Zoll. Im Herbst 2015 kam das iPad Pro mit 12 Zoll, im Frühjahr 2016 eine verkleinerte Fassung des iPad Pro mit den gewohnten 9,7 Zoll.

Retina-Display, Lightning-Schnittstelle, immer schnellere Prozessoren, zuletzt den Smart Connector und den Apple Pencil - womöglich ist das iPad mit der Zeit einfach ein wenig unübersichtlich geworden. Welches Mini wann im Angebot war und welche Techniken gleich alter 10-Zöller es an Bord hatte - das war nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Das Verwirrspiel geht auch noch weiter, denn warum hat das iPad Pro 9,7 Zoll ein Ambient-Light-Display, das ansonsten bis auf die Größe aber technisch gleiche 12.9-Zoll-Gerät keines? Warum funktioniert der Apple Pencil nur auf den Pros, aber nicht auf dem Air und auf dem Mini? Muss das mit den Namenszusätzen eigentlich sein, kann ein iPad nicht einfach iPad heißen oder definiert Apple mal eine klare Distinktionslinie neben dem Preis? Das Jahr 2017 sollte vielleicht das Jahr des Aufräumens im iPad-Segment werden.

Damit wäre schon einmal der erste Wunsch an Apple formuliert, wir hoffen ja, dass Cupertino das liest, bevor es vermutlich im März auf das nächste Special Event geht: Eine vereinheitlichte iPad-Reihe wäre gut. Also ein Pro mit Smart Connector, Apple-Pencil-Unterstützung, Ambient Light und dem jüngsten und schnellsten Prozessor in den drei Größen von etwa 13, 10 und 8 Zoll. Gerne können dann auch noch im kommenden Jahr die derzeit aktuellen Modelle der drei Baugrößen im Handel verbleiben, aber dann sollte mit der babylonischen Verwirrung allmählich Schluss sein. Das hat noch nie gut getan.

Apple wird nicht müde zu betonen, dass das iPad (Pro) mit seiner gnadenlosen Power schon heute in der Lage ist, das Notebook im Office abzulösen und wenn das Office nicht gerade ein Tonstudio oder ein Grafikbüro ist, in dem die Mitarbeiter maximale Prozessorleistung benötigen, mag das stimmen. Für die meisten Anwendungen gibt es Apps, die ihren Pendants auf dem Desktop in kaum noch etwas nachstehen - und doch stoßen sie immer wieder an ihre Schranken. Copy-and-paste ist erst mit iPhone-OS 3 (ja, so hieß das damals...), Multitasking gar erst seit iOS 4 auf das iPhone und das iPad gekommen und nach wie vor nicht gerade bequem in das System integriert, das nach wie vor ein Einzelbenutzersystem ist. Aber wenn das iPad das Notebook im Büro (und auch zu Hause) ersetzen soll, bräuchte es über kurz oder lang auch ein Mehrbenutzersystem - und sei es nur, um Office-Tätigkeiten vom Privatvergnügen besser zu trennen. Eine Art von Drag-and-drop könnte dem System auch nicht schaden. Zuletzt hatte Apple bei iOS ganz offensichtlich mehr Wert auf das iPhone gelegt, jetzt wäre wieder das iPad dran - vielleicht ja mit einer eigenen Iteration, die iOS 10.5 heißen könnte.

Auch beim Zubehör könnte das iPad Verbesserungen ertragen. Der Apple Pencil etwa könnte einen Schalter bekommen, mit dem er zum Radierer wird. Das Smart Keyboard ist zwar praktisch, da es bedeutend weniger Energie verbraucht, als es beim Anschluss einer Bluetooth-Tastatur passieren würde - mit dem derzeit erhältlichen Modell wird das iPad aber gewiss nicht zum wörtlichen Laptop, das man auch auf dem Schoß zum Schreiben benutzen würde. Und was ist überhaupt mit USB-C statt Lightning? Plötzlich eröffneten sich ganz andere Welten der Peripherie. Das Argument, dann würde das alte iPad ja nicht mehr auf die Soundanlage mit Lightning-Stecker passen, dürfte nur ein eher überschaubarer Kreis anbringen.

Apple hat also jede Menge Möglichkeiten, das Jahr 2017 wieder zu einem Jahr des iPad zu machen. Aber lesen Sie hier nochmals, was wir im Jahr 2016 alles über das iPad zu berichten wussten:

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