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Deutsche Behörden lassen die meisten iPhones entschlüsseln

09.12.2016 | 14:39 Uhr |

Apple hat einen Bericht zu Behördenanfragen in Sachen Daten- und Geräte-Entschlüsselung veröffentlicht - mit einigen überraschenden Inhalten.

Die Diskussion rund um das San-Bernardino-iPhone Anfang dieses Jahres lies vermuten, dass die US-amerikanischen Regierungsbehörden nur darauf brennen, sämtliche iPhones und Macs zu entsperren, um an dort gelagerte Daten zu kommen. Nun hat Apple einen Bericht zu den weltweiten Regierungsanfragen im ersten Halbjahr 2016 veröffentlicht. Zwar haben sich aus den USA die Polizei- und Sicherheitsbehörden in fast 5000 Fällen an Apple gewendet und darum gebeten, iPhones und Macs zu entsperren, der einsame Spitzenreiter in Ermittlungen mit den iPhone-Daten ist wie auch 2015 Deutschland gewesen.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres haben deutsche Behörden 12 633 Anfragen an Apple geschickt, im vergleichbaren Zeitraum 2015 waren es noch 9659 Anfragen , eine Steigerung also von 23 Prozent. Auch die Anzahl der betroffenen Geräte hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt: Betraf es in den ersten zwei Quartalen 2015 rund 22 000 Apple-Geräte, wollten 2016 die Behörden gleich 52 000 Geräte entsperrt bekommen. Rund der Hälfte der Anfragen ist Apple nachgegangen und hat zumindest einige Daten an entsprechende Stellen geliefert.

In dem gleichen Bericht erklärt das Unternehmen, wie das Prozedere aussieht und welche Fälle am häufigsten vorkommen. Bei jeder Anfrage ist ein Dursuchungsbeschluss notwendig, den Apples Justiz-Abteilung noch zusätzlich überprüft. In den meisten Fällen handelt es sich um Diebstähle oder verlorene iPhones, da ist ein Gang zur Polizei unumgänglich. Kurios ist die Anfrage-Situation für Apple-Geräte in Polen. Die polnischen Behörden haben vom 1. Januar bis 30. Juni 2016 nur 22 Anfragen an Apple gestellt, bei diesen Anträgen handelte es sich aber um mehr als 82 000 Geräte. Da solche Anfragen Apple als von Zoll- und Finanzämtern stammend ausweist, würden wir vermuten, dass es sich dabei um verhinderte Grauimporte von iPhones in die Ukraine, nach Weißrussland und Russland handelt.

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