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Deutsche Corona-Warn-App bis Mitte Juni – Missbrauch strafrechtlich verfolgt

29.05.2020 | 16:57 Uhr | Halyna Kubiv

In zwei Wochen geht die deutsche Corona-Warn-App an den Start, die Bundesregierung sichert die Anwendung nicht nur von der technischen Seite.

Die Bundesregierung verspricht die neue Corona-Warn-App noch bis Mitte Juni, nach den Informationen aus dem Kanzleramt wird sie noch vor den Sommerferien veröffentlicht – Mecklenburg-Vorpommern geht als erste Bundesland am 22. Juni in die Ferien. Die Entwickler sichern die App von der technischen Seite her ab: Der kryptographische Einsatz, vorgeschlagen von Apple und Google wird es unmöglich machen,  konkrete Personen über die App nachzuverfolgen. Die Bundesregierung verspricht zudem, dass der Missbrauch und unberechtigter Zugriff auf die App oder App-Daten strafrechtlich verfolgt werden. Andere Behörden im Land, insbesondere Strafverfolgungsbehörden wie Polizei oder BND haben nach Angaben der Regierung keinen Zugriff auf die App. Wie die Strafverfolgung im Detail aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Nach Angaben von " Stern " haben Grüne und Linke eine gesetzliche Grundlage für den Einsatz der Corona-Warn-App gefordert.

Die deutsche Corona-Warn-App musste bei der Entwicklung einige Hürden nehmen: Das Gesundheitsministerium hat zunächst auf das zentralisierte Konzept der Datenverwaltung gesetzt, was berechtigte Kritiken verursacht hat, kann doch der Betreiber dabei jeder Zeit auf die Daten der Nutzer zugreifen. Ab Anfang Mai wird eine neue App entwickelt, SAP und T-Systems sind dabei federführend.

In Israel dagegen ist eine vergleichbare App namens HaMagen im Einsatz, bereits Ende März konnte das israelische Gesundheitsministerium eine fertige App vorstellen. HaMagen setzt im Unterschied zu der Corona-Warn-App auf GPS-Daten, war noch im März das Projekt zu Covid-Tracing-APIs noch nicht bekannt. Die Datenschützer haben die App kritisiert, da die Regierung potentiell die Nutzer nachverfolgen konnte. Die Ortsdaten werden bei Hamagen auf dem Smartphone gespeichert, dazu hat das Gesundheitsministerium den Quellcode und Dokumentation der App auf Github veröffentlicht, dort werden schon die Pläne für die nächsten Versionen veröffentlicht.

Nach Angaben des Ministeriums wurde die App in Israel knapp 1,5 Millionen Mal heruntergeladen. Bei einer Bevölkerung von 8,8 Mio. sind das knapp 17 Prozent aller Bürger, die sich die App installiert haben. Da sich die Lage in Israel etwas beruhigt hat, sind die Installationsraten Ende April etwas zurückgegangen: Laut der Testing-Firma Applause, die das Ministerium bei der Entwicklung der App unterstützt hat, betreiben momentan knapp 14,3 Prozent aller Android-Geräte im Land die App. Laut Applause hat die Bluetooth-basierte Näherungstechnologie einige Vorteile vor den bereits eingesetzten GPS-Tracking wie in Israel: Bluetooth ist dabei präziser, was die Feststellung der Distanz angeht. Ob in Deutschland zu den derart hohen Installationsraten kommt, bleibt abzuwarten.

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