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Deutschlands Strommix wird nachhaltiger

03.07.2020 | 12:41 Uhr | Peter Müller

Der Kohleausstieg scheint bereits voll im Gange zu sein, auch Kernkraft trägt immer weniger bei. Sonnen- und vor allem Windenergie legen immer mehr zu.

Ein häufig vorgebrachter Vorbehalt gegen Elektromobile ist ja, dass deren Auspuff in Hamm stehe – oder bei anderen Kohlekraftwerken in NRW und anderswo. Nun kommt der Strom bekanntlich aus der Steckdose und über die Klimaneutralität des Elektromotors entscheidet zu einem großen Anteil, wie der Strom dort reinkommt.

Und hierzu liefert das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg interessante neue Daten: Die Stromerzeugung in Deutschland werde demnach immer grüner. Erneuerbare Energien hätten im ersten Halbjahr 2020  55,8 Prozent der Nettostromerzeugung ausgemacht – ein neuer Rekordwert. Im Februar lag der regenerative Anteil gar über 60 Prozent, die teils kräftigen Winterstürme haben ihre Spuren in der Bilanz hinterlassen.

Solar- und Windanlagen haben den Daten der Plattform Energy-Charts zufolge 102,9 Terawattstunden Strom in die Netze eingespeist, im ersten Halbjahr 2019 waren es noch 92,3 TWh. Braunkohle hat nur noch einen Anteil von 13,7 Prozent, der von Steinkohle ist auf sechs Prozent gefallen. Stärkste Energiequelle war die Windkraft mit einem Anteil von 30,6 Prozent, die 75 TWh lagen um 11 Prozent über der Produktion des Vorjahres. Photovoltaik profitierte vom meist sonnigen und trockenen Wetter von April bis Juni, was eine Steigerung um 11,2 Prozent auf nunmehr 25,1 TWh mit sich brachte.

Die Corona-Krise hat Auswirkungen auf die Bilanz: Im ersten Halbjahr ging die Stromproduktion um 21,7 TWh auf 243,8 TWh zurück, die Last von 245,7 TWh auf 234,2 TWh, Grund dafür sind rückläufige Industrieproduktion und Stromexporte.

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