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Die Aktivitäts-Anzeige als Benchmark-Tool

17.07.2006 | 14:37 Uhr | Stephan Wiesend

Die Aktivitäts-Anzeige als Benchmark-Tool

Auch unter Mac-OS X 10.4 gilt der Spruch: „Nichts hilft mehr als mehr Arbeitsspeicher“. Ob mehr Speicher aber auch wirklich mehr Leistung bringen könnte, erfährt man über die Anzeige „Speicher“ im Dienstprogramm Aktivitäts-Anzeige. Dort listet das Programm den Speicherverbrauch des Mac auf und unterscheidet zwischen den Zuständen „Reserviert“, „Aktiv“, „Inaktiv“ und „Frei“. Der Begriff „Frei“ wird oft missverstanden. Anders als unter Mac-OS 9 ist der freie Speicher der nicht genutzte Speicher. Mac-OS X versucht nämlich immer so viel Speicher wie möglich zu benutzen. Selbst bei sehr hoher Speicherausstattung ist deshalb oft nur wenig „freier“ Speicher verfügbar. Problematischer ist dagegen ein hoher Wert bei der Zahl der so genannten Seitenauslagerungen, etwa wenn die Zahl der Seitenauslagerungen höher ist als die Zahl der Seiteneinlagerungen. Seiten auslagern heißt, dass der Mac aus Platzmangel im Arbeitsspeicher Programmteile auf die Festplatte schreiben muss. Da es wesentlich länger dauert, diese Teile von der Festplatte statt aus dem Arbeitsspeicher zurückzuholen, sollte auf einem normalen Mac die Zahl der Seitenauslagerungen idealerweise 0 sein; steigt sie bei normaler Nutzung drastisch und dauerhaft an, sollte man dem Mac bald mehr Arbeitsspeicher gönnen.

Fast schon ein eigenes Benchmark-Tool ist die Anzeige der Festplatten-Aktivität. Wahlweise einzelne Zugriffe oder das aktuell übertragene Datenvolumen visualisiert eine kleine Grafik. Will man etwa wissen, wie schnell man seine Daten auf eine externe Festplatte überträgt, zeigt das Grafikfenster eine recht genaue Transferrate in MB/s an. Leider kann man sich auf die Anzeige nicht vollkommen verlassen. Die interne Speicherverwaltung von Mac-OS X nutzt bei der Übertragung von Daten nämlich auch den Arbeitsspeicher des Rechners, was die Anzeige verfälscht: Brennt man auf einem Rechner mit 1,5 GB Arbeitsspeicher mit Toast eine Audio-CD, zeigt die Aktivitäts-Anzeige beim Brennvorgang manchmal keinerlei Aktivität – alle gebrannten Daten liegen dann komplett im Arbeitsspeicher vor.

Praktisch ist auch die Anzeige Festplattenauslastung, die den Füllzustand einer Festplatte anzeigt. Externe Festplatten und Wechselspeicher zeigt die Anzeige ebenfalls an.

Alle Aktivitäten im Netz sind unter dem Registerpunkt „Netzwerk“ zu sehen. Das empfangene und gesendete Datenvolumen seit dem Rechnerstart erfasst das Apple-Tool ebenso wie die Anzahl gesendeter und empfangener Datenpakete. Über die Transfergrafik kann man bequem seine DSL-Verbindung überprüfen.

In der Standardeinstellung aktualisiert die Aktivitäts-Anzeige den Status der Prozesse nur alle zwei Sekunden. Das liefert im Normalfall auch genug Daten. Über „Darstellung > Darstellung aktualisieren“ beschleunigt man diese Aktualisierungsrate in mehreren Stufen. Das macht etwa Sinn, wenn man das Verhalten eines Programms genau verfolgen will. Nur bei hoher Aktualisierungsrate werden nämlich kurze Spitzenauslastungen der CPU sichtbar, die ständige Aktualisierung erhöht allerdings auch die CPU-Last durch die Aktivität-Anzeige selbst. Besser ist deshalb, man greift auf das Fenster „Verlauf der CPU-Auslastung“ zurück, das übersichtlich zeigt, wie stark die Programmaktivitäten den Prozessor belasten.

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