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Die Evolution der Apple-Laptops

06.12.2016 | 11:47 Uhr |

Von den Powerbooks über iBooks bis hin zu den Macbooks: In den letzten 25 Jahren hat sich bei Apple in Sachen Laptops vieles verändert.

Während der letzten Apple-Keynote Ende Oktober erinnerte das Unternehmen in einem Moment unerwarteter Nostalgie an den 25. Jahrestag des Powerbook. In Sachen Laptop-Strategie und Design gab es bei Apple seit 1991 viele Veränderungen, wir teilen die Produkte in sieben verschiedene Epochen ein.

Die Klassiker:  Die 680x0 Epoche

Die originalen Powerbooks von 1991 hatten die originalen Prozessoren der Macs eingebaut, Motorolas 680x0-Serie. Die erste Generation der Powerbooks hat die Welt im Sturm erobert, worauf Apple während der Vorstellung  der neuen Macbook-Pro-Reihe nochmal extra hingewiesen hat.

PowerBook 100
Vergrößern PowerBook 100
© IDG

Viele haben ihr erstes Powerbook in dieser Epoche erworben, um endlich auch mobil schreiben zu können. Das Powerbook 160 hat sogar 16 verschiedene Grautöne dargestellt - zur damaligen Zeit revolutionär.

In die Klassiker-Epoche fällt auch das Powerbook Duo, einer der interessantesten Macs, die Apple jemals hergestellt hat. Auch wenn man heute über die Eckdaten des Powerbook Duo lachen würde, war es im Jahr 1992 ungewohnt klein und mit rund 1,8 Kilogramm sehr leicht. Das besondere beim Powerbook Duo: es hatte eine Docking Station. Der sogenannte Duo Dock „verschlingt“ das Powerbook Duo förmlich und konnte somit mit externen Bildschirmen und Karten verbunden werden. Sogar ein Prozessor-Upgrade war mit dem Dock möglich.

Das PowerBook Duo.
Vergrößern Das PowerBook Duo.
© Christopher Phin

Mit der Powerbook-500-Reihe, auch „Blackbird“ genannt, nahm Apple zum ersten Mal eine Design-Überarbeitung am Powerbook vor.

PowerPC-Epoche

Die nächste Ära der Mac Laptops hat aufgrund der Leistung die Bezeichnung „Power“ im Namen wirklich verdient. Der PowerPC-Prozessor kam nun auch in die mobilen Macs und die Modell-Bezeichnungen stiegen von drei auf vier Zahlen. Wenig später veröffentlichte Apple ein Update der Powerbook-500-Reihe, das Powerbook 5300.

Ein besonderes Modell war das Powerbook 1400, ein graues Macbook mit einem durchsichtigen „Fenster“ auf der Rückseite des Laptop-Displays. Dort konnte der Nutzer den Mac personalisieren, indem er zum Beispiel Bilder in dieses Slide-Out Window legte. Genau genommen hat dieser Trend ja bis heute nicht nachgelassen, denn auch heute kann man viele mit Sticker und Aufklebern verzierte Macbooks sehen.

Das personalisierbare PowerBook 1400
Vergrößern Das personalisierbare PowerBook 1400
© Christopher Phin

Noch viel interessanter war in dieser Zeitperiode aber das Nachfolgemodell des Powerbook Duo, das sogenannte Powerbook 2400c. Es war ein knapp zwei Kilogramm schweres Laptop, das sich nur in Japan gut verkaufte. Auf dem europäischen oder amerikanischen Markt war es dahingegen nur recht schwer zu finden. Nachdem die Produktion des 2400c in den USA eingestellt wurde, entwickelte Apple dieses Modell extra für den japanischen Markt weiter.

Schwarzes Plastik: Die G3-Epoche

Ungefähr zu der Zeit, als Steve Jobs wieder zu Apple zurückkehrte, erhielten die Powerbooks die dritte Generation der PowerPC-Prozessoren. Das erste G3-Powerbook war lediglich ein Powerbook 3400c mit einem anderen Prozessor. Dank Jobs (und Jonathan Ive) konnte sich das Powerbook G3 auf dem Markt behaupten und wurde sogar auf Grund seiner Leistung zur damaligen Zeit als „Wall Street“ Powerbook G3 bezeichnet.

Das PowerBook G3 "Wall Street"
Vergrößern Das PowerBook G3 "Wall Street"
© Roman Loyola

Mit diesem Laptop hat Apple vieles verändert: das große weiße Apfel-Logo auf der Rückseite, das gummiartige Material und die abgerundeten Ecken. Dieses Design überdauerte die nächsten drei Hardware-Generationen, bei denen später auch erstmals FireWire dazu kam. Mit einem 14-Zoll großen Display gehörte dieses Powerbook schon mit zu den größten Modellen auf dem Markt.

Für jeden Geschmack etwas dabei: das iBook
Vergrößern Für jeden Geschmack etwas dabei: das iBook

Das erste Laptop, das Apple als "iMac zum Mitnehmen" für Einsteiger konzipierte, war das iBook. Am 21. Juli 1999 stellte Steve Jobs in New York das iBook vor, das ebenfalls mit G3-Prozessor arbeitete und vor allem durch sein buntes Plastik-Design auffiel: Anwender hatten die Wahl zwischen Blueberry (hellblau) und Tangerine (orange), später kamen noch die Farbtöne Grau, Blau, und Quietschgrün hinzu, das Apple als "Keylime" bezeichnete. Im Nachhinein erinnert das Design des iBook eher an die Form eines Toilettensitzes - oder eines Schminktäschchens mit integriertem Spiegel.

Silberne Laptops: Die G4-Epoche

Bei dem Wort „Macbook“ denkt man heutzutage sofort an einen flachen, silbernen Laptop mit einem großen Apfel-Logo auf der Rückseite. Die Anfänge des heute so bekannten Macbook-Designs sind in der Epoche der G4-Laptops zu finden. Das Resultat von Apples erstem Versuch, einen ultimativen silberfarbenen Laptop zu bauen, ist das Titanium Powerbook G4. Zur damaligen Zeit war dieses Gerät absolut bahnbrechend und gerade einmal 2,5 cm dick. Die Titanium Powerbooks waren nicht optisch ein echter Hingucker, sondern leider auch sehr zerbrechlich. Außerdem blätterte die Farbe recht schnell ab.

Das PowerBook G4 Titanium
Vergrößern Das PowerBook G4 Titanium
© Christopher Phin

Aus diesen Fehlern hat Apple gelernt und hat daraus die Konsequenzen gezogen, die bis heute befolgt werden. Seither gilt für Apple die Maxime: Baue Laptops mit Gehäusen aus eloxiertem Aluminium. Das Aluminium Powerbook G4 stellte Apple im Januar 2003 zunächst in den beiden Größen 12 Zoll und 17 Zoll vor. Im Vergleich zu heutigen Modellen war es deutlich dicker, schließlich waren Festplatte und DVD-Brenner darin verbaut.

Ausreichend Power bei weniger Stromverbrauch: Die Intel-Epoche

Vielleicht wurde es Steve Jobs müde, das Wort „Power“ bei jedem professionellen Mac zu benutzen, und mit dem Verzicht auf den PowerPC-Prozessor war die richtige Zeit gekommen, um sich von dem Namen Powerbook zu distanzieren. 2006 wurde das Macbook „geboren“. So ganz konnte man bei Apple auf die Bezeichnung „Power“ dann aber doch nicht verzichten, und stellte ebenfalls die ersten Macbook Pro mit Intel-Prozessoren vor.

Auch wenn sich die Namen und die eingebauten Prozessoren veränderten, orientierte sich Apple anfangs noch sehr stark am alten Design.

Leicht und dünn: Die Macbook-Air-Epoche

Während das Macbook Pro seit der ersten Vorstellung regelmäßig Updates erfahren hat und 2012 sogar ein Retina Display verpasst bekam, sorgte das Macbook Air für eine wahre Revolution auf dem Laptop-Markt.

Das erste Macbook Air war eine Seltenheit, ein Gerät mit wenig Power und nur wenigen Anschlüssen – dafür aber sehr dünn und leicht. Zwei Jahre später stellte Apple zwei verschiedenen größten vor: das Macbook Air mit 11 und 13 Zoll. Erst dann wurde das Macbook Air zu einem richtigen Hit. In den letzten sechs Jahren zählen letztere Modelle mit zu den beliebtesten unter den Apple-Usern.

Das MacBook Air: Wir werden es vermissen.
Vergrößern Das MacBook Air: Wir werden es vermissen.
© Roman Loyola

Mittlerweile nähert sich die Macbook-Air-Epoche jedoch ihrem  Ende. Das 11-Zoll-Modell wird nur noch für den Bildungsbereich verkauft und das 13-Zoll-Modell bekommt höchstwahrscheinlich keine weiteren Updates. Nichtsdestotrotz war das Macbook Air ein wichtiger Meilenstein in Apples Produkt-Historie.

Heute: Die Space Gray Epoche

Das MacBook aus dem Jahr 2016
Vergrößern Das MacBook aus dem Jahr 2016
© Apple

Die aktuellen Macbook- und Macbook-Pro-Modelle gehören eindeutig einer neuen Epoche an – und die steht gerade erst am Anfang. Mit der Etablierung von USB-C, verschiedener Farben in Rose-Gold, Gold, Space Gray und Silber, der Einführung der Touch Bar… Wer weiß da schon, was die Zukunft noch so bringt?

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