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Die Herstellerangaben der Schaltzeiten entsprechen nie den Praxiswerten

30.08.2008 | 00:00 Uhr

Die Herstellerangaben der Schaltzeiten entsprechen nie den Praxiswerten

Eizo Display
Vergrößern Eizo Display

Was die Reaktionszeiten angehen, sind die Herstellerangaben allerdings verwirrend und entsprechen so gut wie nie den Tatsachen aus der Praxis. Man liest hier von Zeiten zwischen einer und acht Millisekunden. Wir messen diese Zeit nach einem ISO-zertifizierten Verfahren, das die Schwarz-Weiß-Schwarz-Umschaltzeiten ermittelt. Hierbei schaltet das Display von Schwarz auf Weiß und wieder zurück. Gemessen wird dabei allerdings nur die Zeit, ab der der Schwarzwert 10 Prozent über der Nulllinie liegt, bis zu einem Weißwert, der 10 Prozent unter dem Maximalwert liegt und wieder zurück. Durch diesen messtechnischen Trick will man das Einschwingverhalten der Schaltkreise ausblenden. Allerdings liegt die Zeit allein durch den rechnerischen Kniff schon unterhalb der realen Umschaltzeit.

Die Ergebnisse fallen im Messlabor insbesondere im Vergleich zu unserem letzten Monitor-Vergleichstest aus der Ausgabe 4/2008 deutlich besser. Lagen die 24-Zöller noch zwischen 17 und 22 Millisekunden, erreichen einige der aktuellen 26-Zöller bereits Zeiten von unter 10 Millisekunden. Dies kann man tatsächlich auch sehen. Besonders beim horizontalen Scrollen, beispielsweise bei langsamen Bildschwenks in einem hochauflösenden Video, erzeugen die Monitore weniger Schlieren und Ruckeln. In der Praxis liegen hier alle Testgeräte sehr eng beieinander. Leichte Vorteile zeigen allerdings der Eizo und der Viewsonic.

Fehlfarben beim Blickwinkel

Beim Blickwinkel geben fast alle Hersteller Werte von über 170 Grad an. Doch auch das ist eine utopische Herstellerangabe, denn schon einfache Kopfbewegungen zeigen, dass sich der Bildeindruck deutlich mit dem Sichtwinkel ändert. Der Grund: die Hersteller geben den Winkel an, bei dem sich der Kontrast sichtbar verändert. Die Farbverschiebung (Colorshift) bleibt dabei unberücksichtigt. Gerade hier zeigen LCD-Displays mit TN-Panels jedoch große Abweichungen.

Für farbkritische Arbeiten sind die 26-Zöller mit TN-Panels nicht zu empfehlen. Allerdings: der Effekt wird geringer, je weiter man sich vom Monitor entfernt. Als Full-HD-fähiger TV-Bildschirm an der Wand - beispielsweise für ein Apple TV - eignen sich die Displays also durchaus. Auch für die meisten Büroaufgaben stellt der Colorshift kein echtes Hindernis dar. In einer Textverarbeitung oder Datenbankanwendung kann man gut damit leben.

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